• Muslimisches Gotteshaus und Kulturzentrum: Baugenehmigung für Moschee in Berlin-Mariendorf erteilt

Muslimisches Gotteshaus und Kulturzentrum : Baugenehmigung für Moschee in Berlin-Mariendorf erteilt

Die Planungen für die Moschee in der Friedenstraße nehmen Gestalt an. Sie soll auf einem brach liegenden Grundstück an der Seite eines Kulturzentrums entstehen.

Das Maschari-Center in Kreuzberg, in dem sich die Omar Ibn Al-Khattab Moschee befindet. Auch Schöneberg soll nun eine Moschee bekommen.
Das Maschari-Center in Kreuzberg, in dem sich die Omar Ibn Al-Khattab Moschee befindet. Auch Schöneberg soll nun eine Moschee...Foto: Mike Wolff

Mehrere Jahre laufen die Planungen für eine Moschee in der Friedenstraße in Berlin-Mariendorf direkt gegenüber der alten Dorfkirche bereits. Jetzt nehmen sie Gestalt an.

Wie Tempelhof-Schönebergs Baustadtrat Jörn Oltmann (Grüne) sagte, wurde bereits im Juni die Baugenehmigung für ein vierstöckiges Gebäude erteilt.

Auf dem seit langem brach liegenden Grundstück soll ein türkisches Kulturzentrum entstehen, an dessen einer Seite eine Moschee mit Kuppelbau und Minarett gebaut wird.

Vor drei Jahren war der erste Bauantrag eingereicht worden; dieser wurde seinerzeit aus städtebaulichen Bedenken nicht genehmigt.

Kritik gab es damals unter anderem an den Planungen für die Kuppel, das Minarett, den rituellen Waschplatz sowie für eine Kita.

Nach einer Überarbeitung der Pläne sind die Kritikpunkte laut Stadtrat Oltmann jetzt ausgeräumt; und auf eine Kita wird dort verzichtet - vermutlich aus Platzgründen. Das Gebäude soll unter anderem Seminar- und Geschäftsräume sowie ein Café beherbergen.

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Das Vorhaben sei jetzt so geplant, dass es auch städtebaulich nicht mit dem Ensemble von Dorfkirche und Friedhof kollidiere. Es sei kein dominanter Bau, sagte der Baustadtrat. Einen Bauvorbescheid erteilte das Bezirksamt bereits im Mai 2014 und verlängerte ihn seitdem regelmäßig.

Bauherr ist laut Bezirksamt der Mariendorfer Moschee e.V., der bisher in einem Flachbau am Mariendorfer Damm ein Gotteshaus betreibt. Auskünfte zum Bauvorhaben wollte der Moschee-Verein jedoch nicht geben, er verwies an den Verein Islam Vakfi, der in der Vergangenheit als Träger des Projekts genannt wurde.

Islam Vakfi jedoch ließ Fragen unter anderem zum Baubeginn, zu den Kosten und auch zu den überarbeiteten Plänen unbeantwortet.

[350.000 Leute, 1 Newsletter: Dieser Text erscheint vorab aus dem Newsletter von Sigrid Kneist aus Tempelhof Schöneberg, der jeden Dienstag erscheint. Den gibt es hier: leute.tagesspiegel.de]

Der Mariendorfer Moschee e.V. gehört der Islamischen Föderation an, wie auch auf der Homepage des Moscheenverbands zu lesen ist. Zu diesem zählen auch Moscheegemeinden, die vom Berliner Verfassungsschutz beobachtet werden.

Bereits im Sommer 2017 machte in Mariendorf die Identitäre Bewegung Stimmung gegen die Moschee. 2018 rief auch die AfD zum Protest gegen das islamische Gotteshaus auf – unter anderem mit Großplakaten.

In diesem Zusammenhang verschickte ein AfD-Politiker Fake-Mails unter anderem an politische Entscheidungsträger sowie an den Tagesspiegel. Er gab sich als Anwohner aus, der sich wegen der AfD-Proteste sorgte. So wollte er Aufmerksamkeit für die islamfeindliche Aktion der Partei erregen.

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