Nach Anschlag auf Weihnachtsmarkt : Kurt Beck: Bundestag soll im Fall Amri ermitteln

In Berlin tagt am Freitag der Untersuchungsausschuss des Landesparlaments zum Fall Amri. Der Opferbeauftragte Kurt Beck fordert solch ein Gremium auch auf Bundesebene.

Erinnerung. Kurz vor Weihnachten wurde das Mahnmal für die Opfer des Anschlags eingeweiht.
Erinnerung. Kurz vor Weihnachten wurde das Mahnmal für die Opfer des Anschlags eingeweiht.Foto: Christian Ditsch/epd/Imago

Mehr als ein Jahr nach dem Terroranschlag auf einen Berliner Weihnachtsmarkt hält der Opferbeauftragte der Bundesregierung, Kurt Beck, einen Untersuchungsausschuss des Bundestages für notwendig. Ein solcher Ausschuss sei für die Aufklärung des Fehlverhaltens von Sicherheitsbehörden unerlässlich, sagte der ehemalige SPD-Chef und rheinland-pfälzische Ministerpräsident der „Allgemeinen Zeitung“ aus Mainz. Am Freitag trifft sich der Untersuchungsausschuss des Berliner Abgeordnetenhauses, der die Vorgänge um den Anschlag aufklären soll. Das Gremium will unter anderem Zeugen aus Nordrhein-Westfalen, der Berliner Ausländerbehörde und Ministerien vernehmen. Im Mittelpunkt stehen Fragen, warum Amri, der vor dem Anschlag bereits als sogenannter Gefährder und als Dealer aktenkundig war, nicht abgeschoben wurde.

Gedenken an die Opfer des Breitscheidplatz-Anschlags
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Beck forderte zudem erneut mehr materielle Hilfe für die Hinterbliebenen. Auch müsse „mehr Sensibilität kommen, von uns, der Gesellschaft, mehr Empathie, mehr Solidarität“, betonte er. „Erst nach diesem Anschlag begreifen wir, wie wichtig Empathiefähigkeit für die Republik ist“, sagte Beck. Letztlich seien die zwölf Opfer und die Hinterbliebenen des Anschlags vom 19. Dezember 2016 stellvertretend für die gesamte Gesellschaft zu Opfern geworden. Der Attentäter Anis Amri habe die Gesellschaft als solche treffen wollen. dpa/Tsp

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