• Nach Kritik an Horst Seehofer: Verein "Moabit hilft" zu Gespräch mit Innenministerium bereit

Nach Kritik an Horst Seehofer : Verein "Moabit hilft" zu Gespräch mit Innenministerium bereit

Die Flüchtlingsinitiative lehnte die Nominierung für einen Preis ab, dessen Schirmherr Horst Seehofer ist. Nun wollen die Aktivisten dem CSU-Minister ihre Haltung erklären.

Ehrenamtliche der Initiative "Moabit hilft" im Sommer 2015 vor dem Lageso.
Ehrenamtliche der Initiative "Moabit hilft" im Sommer 2015 vor dem Lageso.Foto: Jörg Carstensen/dpa

Nach der Ablehnung seiner Nominierung für den Deutschen Nachbarschaftspreis hat der Verein „Moabit hilft“ einem Zeitungsbericht zufolge Gesprächsbereitschaft mit dem Bundesinnenministerium signalisiert. Das jüngste Gesprächsangebot wolle die Flüchtlingsinitiative annehmen, berichtet die „Berliner Zeitung“ am Dienstag. „Wir sind zum Dialog bereit“, sagte Diana Henniges vom Vereinsvorstand dem Blatt. Dennoch lehnt der Verein demnach seine Nominierung für den Preis wegen der Schirmherrschaft von Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) weiter ab.

Ein Gespräch würde an der Haltung von „Moabit hilft“ zu der Nominierung nichts ändern. „Das wäre ja unseriös“, sagte Henniges weiter. Vielmehr gehe es darum, dem Ministerium die eigene Haltung zu erläutern und zugleich Wertschätzung für die eigene Arbeit zu erfahren, statt verunglimpft zu werden. Henniges betonte: „Es ist ja klar, dass sich die Zivilgesellschaft einen Dialog mit der Politik wünscht.“

Zweiter Verein noch unentschieden zum Gesprächsangebot

Neben der Berliner Initiative „Moabit hilft“ hatte auch die Kölner Initiative „wielebenwir e.V.“ eine Nominierung wegen Seehofer abgelehnt. Zum Gesprächsangebot des Ministeriums sagte Florian Egermann von „wielebenwir“ auf Anfrage der Zeitung: „Ich kann die Entscheidung nicht allein treffen. Wir entscheiden das gemeinsam.“

Beide Initiativen hatten ihre Absage am Wochenende mit Aussagen Seehofers in der Asylpolitik begründet. Am Montag hatte Seehofers Sprecherin Eleonore Petermann erklärt, die Heimatabteilung des Ministeriums wolle das Gespräch mit beiden Initiativen suchen.

Der Deutsche Nachbarschaftspreis wurde 2017 ins Leben gerufen und soll am 28. August zum zweiten Mal verliehen werden. Nominiert wurden inklusive „Moabit hilft“ und „Wielebenwir“ insgesamt 104 Projekte aus allen Bundesländern, von denen drei Bundessieger und 13 Landessieger ausgezeichnet werden sollen. Mit dem Preis werden Projekte geehrt, die sich vor Ort für mehr Integration und Inklusion, für die Bewältigung des demografischen Wandels und gegen Abwanderung aus dem ländlichen Raum einsetzen. (epd)

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