Nach Streiks bei Bus und Bahn : Einigung im BVG-Tarifstreit wahrscheinlich

Nach zwei Warnstreiks verhandeln die Gewerkschaft Verdi und die BVG über den Tarifvertrag. Die Zeichen stehen auf Einigung.

Die Busfahrer der BVG wollen streiken.
Die Busfahrer der BVG wollen streiken.Foto: imago images / STPP

Die Arbeitgeber haben die Gewerkschaft Verdi für Montag zu einem Tarifgespräch eingeladen. Dieses beginnt um 11 Uhr in der BVG-Zentrale in der Holzmarktstraße in Mitte. Ursprünglich war das Ende der Runde auf 14 Uhr terminiert, nun ist von "open end" die Rede – ein Zeichen, dass jetzt echt verhandelt wird. Bislang haben sich beide Seiten gegenseitig vorgeworfen, in den bisherigen Runden nichts gesagt zu haben. Als wahrscheinlich gilt, dass am Montag die Verhandlungen noch einmal vertagt werden auf den nächsten, bereits feststehenden Termin am 28. März. Nicht ausgeschlossen ist aber, dass es bereits heute eine Einigung geben wird.

Zwei Warnstreiks hat Verdi in den vergangenen Wochen veranstaltet, einen im Februar, einen im März. Beim ersten waren Busse, U-Bahnen und Straßenbahnen von 3.30 Uhr bis 12 Uhr bestreikt worden, beim zweiten nur die Busse , allerdings einen kompletten Tag lang.

Am Mittag des zweiten Streiktages hatten beide Seite überraschend freundliche Signale gesendet. Die BVG hatte den Verzicht auf einige zuvor erhobene Forderungen nach längeren Schichten und kürzeren Pausen erklärt. Und Jeremy Arndt, Verdi-Verhandlungsführer, teilte etwa zeitgleich mit: "Eine Lösung des Konfliktes ist nur dann möglich, wenn die Arbeitgeber ein verhandlungsfähiges Angebot vorlegen und die von ihnen angestrebten Verschlechterungen zurücknehmen."

BVG bietet elf Prozent mehr Lohn

Wie berichtet, hat die Arbeitgeber ein Paket von 65 Millionen Euro jährlich angeboten, was bis zu elf Prozent mehr Lohn entspräche. Die unteren Tarifgruppen - also zum Beispiel Busfahrer - sollen elf Prozent mehr bekommen, die höheren Einkommensgruppen sieben Prozent mehr.

Verdi fordert unter anderem eine 36,5-Stunden-Arbeitswoche für alle Mitarbeiter des Unternehmens. Diese Forderungen hatte die BVG zunächst kategorisch als nicht diskutabel zurückgewiesen, weil dies "das Unternehmen in seinem Bestand gefährden" würde.

Am zweiten Streiktag hieß es plötzlich, dass sich die BVG eine über mehrere Jahre gestreckte Angleichung der Arbeitszeiten vorstellen könne. Alle seit 2005 eingestellten Mitarbeiter müssen 39 Stunden arbeiten, die Altbeschäftigten nur 36,5 Stunden. Verdi kritisiert diese "Zwei-Klassen-Gesellschaft".

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