• Nach tödlichem Unfall in Berlin-Schöneberg: Initiative fordert Fahrradspur auf Potsdamer Straße

Nach tödlichem Unfall in Berlin-Schöneberg : Initiative fordert Fahrradspur auf Potsdamer Straße

Nachdem eine Radfahrerin bei einem Unfall tödlich verunglückt ist, ruft das „Netzwerk Fahrradfreundliches Tempelhof-Schöneberg“ nach Konsequenzen.

Die Fahrradinitiative fordert einen mit Pollern abgesicherten Radstreifen.
Die Fahrradinitiative fordert einen mit Pollern abgesicherten Radstreifen.Foto: Kay Nietfeld/dpa

Nach dem Tod einer Radfahrerin in der vergangenen Woche am Schöneberger Kaiser-Wilhelm Platz soll, wie berichtet, die Einmündung Kolonnen-Hauptstraße umgestaltet werden – doch für die Ehrenamtlichen des „Netzwerks Fahrradfreundliches Tempelhof-Schöneberg“ ist damit nicht genug für Sicherheit gesorgt. „Die Hauptstraße ist für Radfahrer und Nutzer des öffentlichen Nahverkehrs ein Graus“, sagt Sprecher Jens Blume.

Das Netzwerk fordert daher für die Potsdamer und die Hauptstraße zwischen der Kurfürstenstraße im Norden und der Dominicusstraße im Süden einen durchgehenden, mit Pollern abgesicherten Radstreifen, am besten grün markiert. Für die BVG-Busse wäre die mittlere Spur reserviert und die verbleibende Spur, bei Tempo 30, für den restlichen Verkehr. Mit einem ähnlichen Plan für Fahrradwege auf dem Tempelhofer Damm hatte sich das Netzwerk im April 2017 gegründet.

Für ihren Vorschlag müsse „kein Bordstein bewegt werden“, heißt es in der Mitteilung des Netzwerks. Nur die Spuren müssen ummarkiert und Poller aufgestellt werden. Das Netzwerk fordert eine Umsetzung seiner Forderungen bis Ende des Jahres und ist im Gespräch mit Ordnungsstadträtin Christiane Heiß (Grüne) und Bezirksbürgermeisterin Angelika Schöttler (SPD). So, hofft man, übertrage sich der Druck über die verantwortlichen Bezirkspolitikerinnen auf den Senat. Denn für sogenannte „Protected Bike Lanes“, also mit Pollern vom restlichen Verkehr geschützte Radstreifen auf den Bundesstraßen, ist die Senatsverwaltung zuständig.

Heiß nennt den Zeitplan des Netzwerks „ambitioniert“, auch wenn sie „viel Sympathie für die Forderungen“ hat. Aktuell werde vom Senat die Reduzierung der Stickstoffdioxid-Belastung auf der Hauptstraße und Potsdamer Straße versucht, unter anderem durch eine Tempo-30-Zone und verbesserten Busverkehr. Eine gesicherte Radspur soll zunächst auf dem Tempelhofer Damm getestet werden. Doch auch dort kann mit Bauarbeiten in diesem Jahr nicht mehr gerechnet werden, sagte Heiß. Für das Netzwerk sei es jetzt am wichtigsten herauszufinden, warum der Beschluss der Bezirksverordnetenversammlung vom Juli 2017, den Kaiser-Wilhelm-Platz für Radler sicherer zu machen, nicht umgesetzt worden ist.

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