Nach Urteil im Räumungsprozess : Kiezkneipe „Syndikat“ geht in Berufung

Im November erklärte eine Richterin die Kündigung der Neuköllner Kiezkneipe für wirksam. Nun will das Kollektiv dagegen vorgehen.

Blick auf die Fassade der Kneipe "Syndikat" im Schillerkiez in Neukölln.
Kneipe "Syndikat" im Schillerkiez in Neukölln.Foto: Thilo Rückeis

Ende November wurde das Urteil im Räumungsprozess gegen die Kiezkneipe „Syndikat“ im Neuköllner Schillerkiez verkündet. Nun ging das Kollektiv in Berufung und spielt damit vor allem auf Zeit. „Wir müssen jetzt hoffen, dass die Gegenseite uns, solange wir in einem laufenden Verfahren sind, nicht räumen lässt“, sagte Christian von dem Betreiberkollektiv auf Anfrage. Einen anderen Schutz vor der Räumung habe das Kollektiv nicht.

In ihrem Urteil hatte die Richterin das Kollektiv am 27. November dazu aufgefordert, die Räume zu verlassen und in ordnungsgemäßem Zustand an die Eigentümerin zu übergeben. Das „Syndikat“ müsse außerdem die Kosten des Verfahrens tragen.

Bereits während der Verhandlung hatte ein Sprecher des Kneipenkollektiv angekündigt, bei einem entsprechenden Urteil möglicherweise in Berufung gehen zu wollen. „Wir geben nicht auf“, so der Sprecher damals weiter.

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Die „Firman Properties" hatte der Neuköllner Kneipe im September 2018 nach 33 Jahren den Mietvertrag gekündigt, zum Jahresende sollten die Räumlichkeiten in der Weisestraße geräumt werden. Das Kneipenkollektiv verweigerte die Schlüsselübergabe - und betreibt das „Syndikat" seither einfach weiter.

Die "Firman Properties" ist Teil der "Pears Global Real Estate", einem Unternehmen der britischen Unternehmerfamilie Pears. Nach Tagesspiegel-Recherchen sollen der Gruppe mindestens 3.000 Wohnungen in Berlin gehören. Ihren Immobilienbesitz verschleiert die Pears-Gruppe in unzähligen Briefkastenfirmen, „Firman Properties" ist eine davon. Auf die Pears war zunächst das Kneipenkollektiv des Syndikats selbst gestoßen, als sie nach der Kündigung die „Firman Properties" nicht erreichte - und an deren Geschäftsadresse in Luxemburg lediglich einen Briefkasten mit 75 weiteren Namen vorfand.


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