Nahverkehr in Berlin : So sehen die neuen Züge der S-Bahn aus

Alles neu bei der S-Bahn: Die Fahrzeuge haben eine Klimaanlage und Videoüberwachung. Außerdem sollen sie viel zuverlässiger sein – und winterfest.

Der erste Vier-Wagen-Zug der neuen S-Bahn ist im Stadler-Werk montiert worden. Foto: Bernd Settnik/dpa
Der erste Vier-Wagen-Zug der neuen S-Bahn ist im Stadler-Werk montiert worden. Foto: Bernd Settnik/dpaFoto: dpa

Jetzt steht sie auf eigenen Rädern – die neue S-Bahn. Der erste Halbzug, bestehend aus vier durchgängig begehbaren Wagen, ist montiert. Am Mittwoch stellten ihn die Hersteller Siemens und Stadler in Pankow erstmals vor.

Jetzt wird geprüft

Mehr als zwei Jahre werden insgesamt zehn Vorserienzüge intensiv geprüft – zunächst stehend im Stadler-Werk in Velten und dann in Fahrt im Siemens-Prüfcenter Wegberg-Wildenrath in Nordrhein-Westfalen. Allein rund 50 Computersysteme müssen aufeinander abgestimmt werden. „Wir erwecken den Zug zum Leben“, sagte Stadler-Chef Ulf Braker.

Aus Fehlern gelernt


Experten von Siemens und Stadler ließen sich vor dem Entwickeln der neuen Bahn in den Werkstätten der S-Bahn zeigen, welche Fehler die Vorgängerzüge hatten. Die Neue werde viel zuverlässiger, verspricht S-Bahnchef Peter Buchner.

Die wichtigsten Anlagen seien doppelt vorhanden; eingebaut sei eine zusätzliche Bremse – und die Züge seien winterfest. Orientiert habe man sich dabei an Fahrzeugen, die man für Oslo gebaut habe, sagte Müslim Yakisan von Siemens.

Neuheiten


Verändert hat sich die Front des Zuges und die Aufteilung der Traditionsfarben Rot und Gelb – ohne den bisher üblichen schwarzen Streifen. Zum ersten Mal gibt es bei der S-Bahn auch eine Klimaanlage, angebracht unter der Decke über den Sitzen, und eine Videoüberwachung.

Um nach Vandalismusschäden nicht einen kompletten Vier-Wagen-Zug außer Betrieb nehmen zu müssen, sind im Fahrgastraum zwei Türen vorhanden, so dass betroffene Bereiche verschlossen werden können, der Zug aber weiterfahren kann. Normal bleiben die Türen geöffnet.

In die Fahrzeuge und in Umbauten der Werkstatt in Grünau investiert die Bahn 900 Millionen Euro. Bestellt sind 85 Vier-Wagen-Züge und 21 Doppelwagen, Viertelzug genannt. Der Zeitplan steht: Am 1. Januar 2021 um 4 Uhr soll der erste Fahrgastzug vom Bahnhof Südkreuz nach Spindlersfeld fahren.

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