Berlin : Nahverkehr: Sicherheit mit mehr Personal

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Andere Städte machen es vor: Um die Sicherheit im Nahverkehr zu verbessern, schlagen Barcelona und Lissabon stets fünf Cent für zusätzliche Projekte auf den Fahrscheinpreis auf. Für Reiner Obst von dem auf Verkehrsfragen spezialisieren Beratungsunternehmen ETC Transport Consultants ist dies ein vernünftiger Weg; in Frankfurt (Main) und München denke man bereits darüber nach. In Berlin gibt es solche Pläne – noch – nicht.

Dabei hat die Stadt Nachholbedarf. Darin waren sich auf einer Veranstaltung der Linkspartei/PDS zur Sicherheit im Nahverkehr gestern alle Teilnehmer einig. Zumindest das subjektive Sicherheitsgefühl auf Bahnhöfen sowie in Bussen und Bahnen hat, wie Umfragen ergaben, abgenommen. Wesentlich dazu beigetragen hat der Abzug von Personal auf den Bahnsteigen, den die BVG bereits vor Jahren vollzogen hat, und den die S-Bahn jetzt wiederholt.

Personal sei „ganz wichtig“ bei der Sicherheit, sagte Polizeipräsident Dieter Glietsch. Die Hoffnung, die Polizei könne in die Breche springen, sei unrealistisch. Die Polizei habe sich 2004 von gemeinsamen Streifen mit BVG-Mitarbeitern zurückgezogen, weil das Auftreten nicht mehr gewesen sei als eine „bewaffnete Fahrscheinkontrolle“. Glietsch setzt, wie auch Innensenator Ehrhart Körting (SPD), auf die 24-stündige Aufbewahrung von Videoaufnahmen, wie sie die BVG jetzt für alle U-Bahnhöfe plant.

Objektiv ist der Nahverkehr nach Angaben von Glietsch 2006 sogar sicherer geworden. Mit 22 400 Anzeigen gab es einen Rückgang um 1,6 Prozent; bei Taschendiebstählen sogar um 15 Prozent. Stark zugenommen haben aber Sachbeschädigungen und Rauschgiftdelikte. kt

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