Naturschutz in Berlin : Insel im Müggelsee wird doch nicht versteigert

Die geplante Auktion des Entenwalls wurde abgeblasen - nun könnte die Insel in den Besitz des Landes übergehen.

Anna Ehlebracht
Wer den Entenwall im Müggelsee erreichen will, braucht schon ein Boot - eine Brücke gibt es nicht.
Wer den Entenwall im Müggelsee erreichen will, braucht schon ein Boot - eine Brücke gibt es nicht.Foto: Paul Zinken/dpa

Am Donnerstag sollte ein Teil der Insel Entenwall im Müggelsee versteigert werden. Laut Bezirksamt Treptow-Köpenick habe man den Auktionator Deutsche Grundstücksauktionen AG allerdings darüber informiert, dass das Grundstück im Naturschutzgebiet und Vogelschutzgebiet läge. "Nachdem wir gefragt wurden, ob wir die Insel aus der Auktion nehmen können, haben wir das aus naturschutzrechtlichen Gründen auch getan", sagt Katja Heringhausen von der Deutschen Grundstücksauktionen AG. Gegenwärtige Besitzerin des gut 20.000 Quadratmeter großen, nur per Boot erreichbaren Areals ist die staatliche Bodenverwertungs- und Verwaltungs GmbH (BVVG).

Die Insel liegt zwischen Kleinem und Großem Müggelsee. Der Mittelteil sollte am Donnerstag mit einem Startwert von 125.000 Euro versteigert werden. Die Senatsverwaltung suche nun nach Lösungen, wie die begehrte Insel dauerhaft im Besitz des Bundes bleiben oder in den des Landes übergehen könne.

Den Naturschutz sichern

Der Bundestagsabgeordnete Klaus Mindrup (SPD) hatte sich nach Angaben des Bezirksamts gegen eine Versteigerung ausgesprochen, ebenso Bezirksbürgermeister Oliver Igel (SPD). „Meine Sorge war es, dass das Grundstück von Privatpersonen spekulativ erworben wird – in der Erwartung, über die Jahre mit politischem Druck doch noch eine Bebaubarkeit zu erreichen. Das wäre das Ende des dort bestehenden Erlenbruchwaldes", sagt Igel. "Mit der Entscheidung der BVVG, die für diesen Donnerstag geplante Versteigerung auszusetzen, gibt es jetzt wieder die Chance, dass das Land Berlin außerhalb einer Versteigerung das Grundstück von der BVVG erwirbt und dauerhaft für den Naturschutz sichert“, erklärt der Bezirksbürgermeister. Eine Bebauung sei nicht zulässig.

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