Neue Planungspanne am BER : Wartungshallen stehen Rollbahn im Weg

Am BER stehen Hangars von Lufthansa und Bombardier einer Rollbahn im Weg, müssen abgerissen werden und umziehen. Das kostet 30 Millionen Euro.

Sichtplanen und Baugitter verhindern in Berlin den Zugang zu den Bahngleisen am Hauptstadtflughafen in Schönefeld. Im Zuge der Sanierung der alten Nordbahn muss auch die Rollbahn mit der Bezeichnung «Taxiway Charlie» ausgebaut werden. Dafür seien Wartungshallen von Lufthansa und Bombardier abzureißen und zu verlagern, sagte Brandenburgs Flughafen-Koordinator Bretschneider am Montag im Landtag. Das werde 30 Millionen Euro kosten.
Sichtplanen und Baugitter verhindern in Berlin den Zugang zu den Bahngleisen am Hauptstadtflughafen in Schönefeld. Im Zuge der...Foto: Paul Zinken/dpa

Potsdam - Neue Panne am BER: Brandenburgs Flughafenstaatssekretär Rainer Bretschneider, zugleich Vize-Aufsichtsratschef, informierte darüber am Montag den Flughafen-Sonderausschuss im Potsdamer Landtag. Danach hat der Flughafen-Aufsichtsrat auf der letzten Sitzung zusätzlich dreißig Millionen Euro bewilligt, damit Flugzeug-Wartungshallen von Lufthansa und Bombardier abgerissen und an einem anderen BER-Standort wieder aufgebaut werden können. Die Gebäude sind einer Rollbahn, der so genannten „Taxiway Charlie“, im Weg, die für eine bessere Anbindung der Nordbahn verlängert wird.

Dabei hatte der Aufsichtsrat für die „Taxiway“ vorigen Sommer – beim Beschluss über die jetzt laufende Sanierung der Nordbahn – bereits 14 Millionen Euro bewilligt. Damals gab es laut Brettschneider keinen Hinweis des Managements auf das Hangarproblem. „Ich verhehle nicht: Wir hätten uns gewünscht, dass uns die Geschäftsführung gleich ein Gesamtpaket vorlegt. Dass das stückweise passiert, hat im Aufsichtsrat zu Unmut geführt.“ Verantwortlich sei Ex-Flughafenchef Hartmut Mehdorn, nicht Amtsinhaber Karsten Mühlenfeld. Bretschneider betonte, dass es um 700 hochwertige Arbeitsplätze gehe, die nun am Standort gehalten werden könnten. Der Vorgang war auf der Pressekonferenz nach der Aufsichtsratssitzung am Freitag nicht erwähnt worden. Dort hatte der neue Aufsichtsratschef und Berliner Regierende Michael Müller (SPD) eine offenere Kommunikation am BER versprochen. Informiert wurde über ein Sofortprogramm von drei Millionen Euro, um den alten Schönefelder Airport zu ertüchtigen.

Unterdessen macht sich die BER-Fluglärmkommission für mehr Nachtruhe um den neuen Airport stark. Das Gremium forderte am Montag eine Sonderregelung, dass Piloten in der Nacht erst ab einer Höhe von 10 000 Fuß (rund 3000 Meter) die vorgegebenen Routen verlassen dürfen, statt wie üblich ab 5000 Fuß. Die Entscheidung liegt bei der Deutschen Flugsicherung. Thorsten Metzner

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