• Neuer Standort für Innovationsagentur in Leipzig: Zukunftstechnologien werden nicht in Potsdam gefördert

Neuer Standort für Innovationsagentur in Leipzig : Zukunftstechnologien werden nicht in Potsdam gefördert

Die begehrte Agentur für Sprunginnovationen wird nun doch in Sachsen angesiedelt. Zuletzt hatte es um den Standort einen intensiven Wettbewerb gegeben.

Viola Heeger Manfred Ronzheimer
Wirtschaftsminister Altmaier und Forschungsministerin Karliczek wollen Ideen zum wirtschaftlichen Durchbruch verhelfen.
Wirtschaftsminister Altmaier und Forschungsministerin Karliczek wollen Ideen zum wirtschaftlichen Durchbruch verhelfen.Foto: imago/Jens Schicke

Die Agentur für Sprunginnovationen wird ihren Hauptsitz in Leipzig haben. Darauf haben sich die Bundesminister für Wirtschaft und Forschung, Peter Altmaier und Anja Karliczek (beide CDU), mit dem Gründungsdirektor der Agentur, Rafael Laguna, verständigt. Die Standortentscheidung wurde am Mittwoch offiziell bekanntgegeben, vorher hatten die Nachrichtenagentur dpa und der Tagesspiegel-Informationsdienst „Background Digitalisierung & KI“ berichtet.

Die Innovationsagentur (anfangs abgekürzt mit dem Kürzel „SprinD“) wird in den nächsten zehn Jahren zur Förderung „disruptiver“ Innovationen mit einer Milliarde Euro an Bundesmitteln ausgestattet. Um den Standort war in den vergangenen Wochen ein intensiver Wettbewerb deutscher Wirtschaftsregionen entbrannt.

Die seit Frühjahr tätige, unabhängige Gründungskommission unter Vorsitz des Max-Planck-Ökonomen Dietmar Harhoff, die Mitte Juli auch Laguna als künftigen Agentur-Chef vorgeschlagen hatte, setzte auf eine „gut entwickelte, urbane Region mit starker Wissenschaftsorientierung“, als Beispiel wurde die Hauptstadtregion Berlin-Brandenburg genannt. Die endgültige Entscheidung sollte aber von den Ministerien in Abstimmung mit dem Agentur-Direktor, einem gebürtigen Leipziger, getroffen werden. Die drei zentralen Aspiranten waren Potsdam, Leipzig und Karlsruhe.

Die Entscheidung für Leipzig sehe man in der Gründungskommission, die die ursprüngliche Empfehlung ausgesprochen hatte, nicht als „Affront“, versicherte der CDU-Bundestagsabgeordnete Stefan Kaufmann, der dort mitgearbeitet hatte. Leipzig sei ein Top-Innovationsstandort. Am Ende seien Lagunas subjektive Eindrücke wohl ausschlaggebend gewesen. „Wenn Herr Laguna das Gefühl hat, dort am besten den Auftrag der Bundesregierung umsetzen zu können, dann ist die Entscheidung sehr zu begrüßen.“

Gleichwohl drückten wichtige Vertreter der Potsdamer Wirtschaft und Wissenschaft ihr Bedauern aus. Brandenburgs Wirtschaftsminister Jörg Steinbach (SPD) sagte, man müsse nun sportlich dem Sieger gratulieren: „Und wir sind uns ganz sicher, dass die spannenden, innovativen Entwicklungen in der Metropolregion auch von Leipzig aus wahr genommen werden. Ist ja keine zwei Stunden entfernt.“

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