Neujahrsfest : Tausende Kurden feiern Newroz

Mehrere tausend Kurden aus dem gesamten Bundesgebiet haben aus Anlass des kurdischen Neujahrsfestes Newroz in Berlin demonstriert und gefeiert. Es gab 18 Festnahmen wegen Verstößen gegen das Vermummungsverbot.

Berlin - In zwei Aufmärschen zogen die Demonstranten vom Alexanderplatz und von der Budapester Straße am Zoo zu einer Abschlusskundgebung auf der Straße des 17. Juni zwischen dem Großen Stern und der Yitzhak-Rabin-Straße. Dort gab es auch ein Kulturprogramm. Initiiert worden waren die Demonstrationen von der Föderation der kurdischen Vereine in Deutschland. Gefeiert werden sollte bis in die frühen Abendstunden.

"Insgesamt herrschte eine entspannte Feststimmung", sagte ein Polizeisprecher. Allerdings seien im Laufe des Tages insgesamt 18 Menschen festgenommen worden. Ihnen wurden unter anderem Verstöße gegen das Vermummungsverbot, das Mitführen von Fahnen verbotener Organisationen sowie das Mitbringen von Waffen zu der Veranstaltung vorgeworfen. In Mitte und Tiergarten gab es Verkehrsbehinderungen.

Porträt des PKK-Gründers

Viele Demonstranten waren mit ihren Familien gekommen. Neben kurdischen Flaggen führten Teilnehmer der Aufzüge auch Fahnen mit dem Porträt des inhaftierten PKK-Gründers Abdullah Öcalan mit sich. Das ist nach Angaben einer Polizeisprecherin nur dann erlaubt, wenn es dazu keine Sprechchöre gibt.

Am Freitag hatte das Berliner Verwaltungsgericht entschieden, dass die Abschlusskundgebung unter das Versammlungsrecht fällt. Deshalb müsse die Straßenverkehrsbehörde die Kundgebung erlauben.

Newroz ist nach Angaben der Föderation das Fest des Frühlings, des Neubeginns und des neuen Jahres. Zugleich sei der 21. März aber auch Ausdruck des Widerstands gegen Unterdrückung und Verfolgung. Deshalb begingen Kurden den Tag auch als "Protesttag gegen eine nicht enden wollende traurige Realität". (tso/ddp)

Mehr lesen? Jetzt E-Paper gratis testen!