• Nur noch sieben oder acht Kinder pro Tag: Kinderrettungsstelle der Charité in Berlin-Steglitz schließt

Nur noch sieben oder acht Kinder pro Tag : Kinderrettungsstelle der Charité in Berlin-Steglitz schließt

Mit dem kranken Kind zum Benjamin-Franklin-Klinikum? Für Notfälle sollte man bald andere Krankenhäuser in Berlins Südwesten ansteuern.

Das Benjamin-Franklin-Klinikum am Charité-Campus Steglitz.
Das Benjamin-Franklin-Klinikum am Charité-Campus Steglitz.Foto: promo

Die Kinderrettungsstelle am Benjamin-Franklin-Klinikum in Steglitz schließt bald. Wie der Tagesspiegel erfuhr, soll dies zum 1. Juli geschehen – der Charité-Vorstand einigte sich darauf mit der zuständigen Senatswissenschaftsverwaltung. Beide Stellen bestätigten den Vorgang auf Nachfrage, die Universitätsklinik wird sich am Dienstag länger dazu äußern.

Die Charité hat die Praxisärzte im Umfeld des Benjamin-Franklin-Klinikum über die Schließung informiert und kooperiert mit anderen Krankenhäusern im Berliner Südwesten. In unmittelbarer Nähe stehen die kinderärztliche Notfallversorgung im Helios-Klinikum Emil von Behring und im St. Joseph-Krankenhaus für akute Fälle bereit.

Am Charité-Campus in Steglitz wird jedoch auch nach dem 1. Juli kein Kind abgewiesen: Bei Bedarf dürften die jungen Patienten zügig in die Kinderklinik am Campus Virchow-Klinikum in Wedding verlegt werden.

Nur wenige Patienten pro Tag

Darüber, die Kinderrettungsstelle in Steglitz zu schließen, wird seit Jahren diskutiert. Sie war zuletzt vergleichsweise wenig besucht worden: Am Benjamin- Franklin-Klinikum kamen zum Schluss oft nur sieben oder acht Kinder pro Tag an. Und diese Patienten wurden in schweren Fällen ohnehin in ein anderes Krankenhaus transportiert. Denn der Campus Steglitz verfügt seit den 90er-Jahren über keine eigene, voll ausgestattete Kinderklinik mehr.

Im Dezember 2018 hatten 100 Charité-Mediziner in einem Brief an die Senatskanzlei gefordert, die Kinderrettungsstelle in Steglitz zu schließen. Sie verwiesen auf den Bedarf an Fachkräften für so wenig Behandlungsfälle. Das Personal fehlte auf anderen Stationen – beispielsweise im Weddinger Virchow-Klinikum, wo 100 Kinder pro Tag in der Rettungsstelle behandelt würden.

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