• Öffentliche Spielplätze: Berlins Spielplätze: Vermüllt, kaputt oder ganz geschlossen

Öffentliche Spielplätze : Berlins Spielplätze: Vermüllt, kaputt oder ganz geschlossen

Viele öffentliche Spielplätze in Berlin sind in beklagenswertem Zustand - oder gleich geschlossen. Besonders dramatisch ist die Lage in Pankow, Lichtenberg und Marzahn-Hellersdorf.

Ein Spielplatz in Berlin-Schöneberg
Ein Spielplatz in Berlin-SchönebergFoto: Tsp/Mike Wolff

Kaputte Spielgeräte, vermüllte Sandkästen oder gleich geschlossene Spielplätze: Der Zustand der öffentlichen Berliner Spielplätze lässt zu wünschen übrig. In einer Antwort auf eine schriftliche Anfrage des CDU-Abgeordneten Stefan Evers nennt der Staatssekretär Stefan Tidow aus der Senatsumweltverwaltung Zahlen, die dem Tagesspiegel vorliegen. Besonders dramatisch ist demnach die Situation in den Bezirken Lichtenberg, Marzahn-Hellersdorf und Pankow.

Gerade wurde Pankow in einer Studie zum familienfreundlichsten Bezirk in Berlin gewählt. Doch von 218 öffentlichen Spielplätzen sind nur 38 vollständig intakt. In Weißensee hatte sich deshalb wie berichtet die Elterninitiative „Ja! Spielplatz!!“ gegründet, dort ist die Not besonders groß. Die Eltern kritisieren, dass der Bezirk den Sanierungsstau von 21 Millionen Euro weder abbauen könne noch wolle, weil dafür jährlich nur 580 000 Euro zur Verfügung stünden. Und laut der Initiative soll es bald noch dramatischer werden: Für insgesamt 150 Plätze im Bezirk bestehe mittelfristig Sanierungsbedarf. Die Eltern fordern einen Bezirksspielplatzplaner, der die Mittel vom Senat abruft und zielgerichtet einsetzt. Für diesen Vorschlag zeigte sich Baustadtrat Vollrad Kuhn (Grüne) offen.

Situation in Steglitz-Zehlendorf besonders dramatisch

In Lichtenberg sieht die Situation nicht besser aus: Von 135 öffentlichen Spielplätzen sind nur 26 Spielplätze intakt. Der Bezirk weist darauf hin, dass nicht nur die Funktionsfähigkeit der Spielgeräte zu berücksichtigen ist, sondern auch der „Gesamtzustand des Spielplatzes“ wie zum Beispiel Wegeflächen, Fallschutz oder die qualitative Ausstattung der Spielgeräte.

Im Nachbarbezirk Marzahn-Hellersdorf gibt es 144 öffentliche Spielplätze. Doch nur 15 Plätze können vollständig intakte Spielgeräte aufweisen. Auch in Mitte sieht es mit dem Zustand der Spielplätze schlecht aus: Von 253 Plätzen gibt es nur 50, die völlig intakt sind. In Treptow-Köpenick dagegen sollen alle 148 öffentlichen Spielplätze nach Bezirksangaben auch intakte Spielgeräte aufweisen.

Im Westteil der Stadt ist die Situation in Steglitz-Zehlendorf besonders dramatisch: Dort sind von 139 öffentlichen Plätzen nur 31 Spielplätze völlig intakt. Andere Bezirke wie Charlottenburg-Wilmersdorf melden, dass bei ihren 121 Spielplätze „nur geringfügige Mängel“ zu sehen seien. Neukölln und Reinickendorf geben sogar an, dass ihre Spielplätze mit „vollständig intakten Spielgeräten“ ausgestattet sind – in Neukölln 137 öffentliche Plätze, in Reinickendorf 85 von 85. In Tempelhof-Schöneberg sind von 159 Plätzen 108 weitgehend intakt, in Spandau haben 110 von 120 Spielplätzen kaum nennenswerte Einschränkungen.

Im laufenden Doppelhaushalt 2018/2019 sind für die Sanierung von öffentlichen Kinderspielplätzen jährlich 16 Millionen Euro veranschlagt. Die Bezirke wurden aufgefordert, bei der Senatsverwaltung ihre Maßnahmen für 2018 anzumelden.


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