• Parks putzen und Blumen bringen: Nachbarschaftsaktion „Gemeinsame Sache“ startet am 11. September

Parks putzen und Blumen bringen : Nachbarschaftsaktion „Gemeinsame Sache“ startet am 11. September

Machen Sie mit. Die Freiwilligentage „Gemeinsame Sache“ vom 11. bis 20. September machen Berlin sozialer, bunter und lebenswerter.

Freude schenken. In Köpenick wurden die Sträuße bei der Gemeinsamen Sache 2019 an kranke Menschen geliefert. Foto: Corinna von Bodisco
Freude schenken. In Köpenick wurden die Sträuße bei der Gemeinsamen Sache 2019 an kranke Menschen geliefert. Foto: Corinna von...

Viele sind schon dabei. Und es werden jeden Tag mehr. Die interaktive Aktionskarte, auf der sich zwischen Marzahn und Wannsee jeden Tag weitere Initiativen für die Freiwilligentage „Gemeinsame Sache“ eintragen, ist deswegen auch ein herzerwärmender Wegweiser durch das engagierte Berlin.

Da soll im Spandauer Südpark geputzt werden, wird in Mitte mit Basteleien und Briefen Abwechselung in den Alltag von Menschen in Pflegeheimen gebracht, da arbeiten Jung und Alt in Lichterfelde Süd gemeinsam im interkulturellen Nachbarschaftsgarten, werden in Lichtenberg Fahrräder für Geflüchtete Menschen repariert oder in Neukölln Stolpersteine geputzt zur Erinnerung an die in der NS-Zeit ermordeten Berlinerinnen und Berliner.

Es sind Menschen, die sich verantwortlich fühlen für ihre Stadt und sich die Zeit nehmen für ihre Nachbarn, für ihren Kiez. Sie alle sind bei den Freiwilligentagen „Gemeinsame Sache“ dabei, die vom 11. bis 20. September stattfinden. Ihr Engagement macht Berliner schöner, sozialer und lebenswerter.

Deswegen ist die „Gemeinsame Sache“, die der Tagesspiegel zusammen mit dem Paritätischen Wohlfahrtsverband und seinen Mitgliedsorganisationen organisiert, auch eine Würdigung all jener Menschen, die sich schon freiwillig einbringen – und zugleich eine Einladung an alle anderen Berlinerinnen und Berliner, auch dabei zu sein und anzupacken.

Den Kiez beim Joggen saubermachen nennt sich „Plogging“

Veränderung fängt im Kleinen an und kann so einfach sein. In den Parks kann man etwa beobachten, dass Jogger auf ihren Runden kurz innehalten und eine leere Chips-Tüte aufsammeln, bevor sie weiterlaufen. „Plogging“ nennt sich das, was man in nordischen Ländern fast schon eine Massenbewegung nennen könnte.

Es ist ein Sinnbild dafür, dass immer mehr Menschen begreifen, dass nicht alles eine Aufgabe der Stadtreinigung ist, sondern jeder ein klitzekleines Stück zu mehr Lebensqualität beitragen kann. Und gutes Beispiel kann helfen, dass Menschen umdenken.

Gerade erst gab es in Spandau ein Clean-up an der Havel oder seit kurzem ein wöchentliches Aufräumen in der Hasenheide.

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Wie sehr auch eine wohlhabende und hochtechnisierte Gesellschaft an Grenzen staatlichen Handelns stoßen kann, hat Deutschland im Frühjahr in der Coronakrise erfahren. Die Welle der Hilfsbereitschaft für einsame und kranke Menschen und für notleidende Institutionen und Cafés, die wir in Berlin erlebt haben, gehört zu den berührenden Erinnerungen dieses Jahres.

Gemeinsame Sache 2018: Aktionen am Freitag, 7. September
Herbstputz im Garten Dr. Hanisch Haus.Weitere Bilder anzeigen
1 von 99Foto: Miriam Dahlinger
07.09.2018 16:46Herbstputz im Garten Dr. Hanisch Haus.

„Die Coronakrise hat enorme Herausforderungen mit sich gebracht“, sagt der Regierende Bürgermeister und Schirmherr der „Gemeinsamen Sache“, Michael Müller (SPD): „Aber sie hat auch gezeigt, wie tausende Berlinerinnen und Berliner mit ihrem freiwilligen Engagement das Zusammenleben in unserer Stadt stärken.“

Freiwillige Arbeit geht auch von zu Hause aus

Auch die Freiwilligentage finden in Corona-Zeiten natürlich mit Abstand, Maske und Hygiene statt. Etliche Initiativen rufen auch zu digitalen Aktionen auf oder solchen, an denen alle Freiwilligen aus der eigenen Wohnung heraus mitmachen können. Da werden Briefe an pflegebedürftige Menschen in Heimen geschrieben, um Freude in deren Alltag zu bringen, oder auch Geschenke gebastelt.

In der wachsenden Stadt Berlin wächst auch der Wunsch, sich freiwillig einzubringen – sei es in Vereinen, in sozialen Einrichtungen im Wohnumfeld oder in Kiez-Initiativen, die sich um vernachlässigte Plätze und heruntergekommene Spielplätze kümmern oder auch für stadtplanerische Verbesserungen kämpfen. Demokratie lebt eben auch vom Mitmachen und sich einbringen.

[Gemeinsam kochen, gemeinsam putzen, gemeinsam basteln – In unseren Leute-Newslettern berichten wir wöchentlich über Kiezinitiativen und Nachbarschaftsprojekte. Die Newsletter können Sie hier kostenlos bestellen: leute.tagesspiegel.de]

Es ist deshalb gut, dass die nachbarschaftlichen Anliegen immer häufiger den unflexiblen und unwilligen Verwaltungen Druck machen. Ohne die Aktiven gäbe es keine Spielstraßen in mehreren Bezirken. Es ist deswegen umso beschämender und unverständlicher, dass Anwohnerinitiativen in einigen Bezirken ermuntert werden, Baumscheiben mit bunten Blumen zu bepflanzen, weil damit der Boden vor dem Austrocknen bewahrt wird, die Straße verschönt und Nachbarschaft wachsen lässt, während andere bezirkliche Grünflächenämter diese lebendigen Blumenrabatte rigoros herausreißen.

[Wer noch mehr über ehrenamtliches Engagement in Berlin erfahren will: Der Tagesspiegel-Newsletter Ehrensache erscheint monatlich, immer am zweiten Mittwoch. Hier kostenlos anmelden:ehrensache.tagesspiegel.de]

Sich selbst einzubringen, wird mit den Freiwilligentagen „Gemeinsame Sache“ leichtgemacht. Unter der Adresse www.gemeinsamesache.berlin finden Sie alle Initiativen in Ihrem Wohnumfeld, die sich noch Hilfe und Unterstützung bei ihrer Aktion wünschen. Nur Mut, gehen Sie einfach vorbei – Sie werden dort mit offenen Armen empfangen.

Wir stellen regelmäßig Initiativen vor

Denn das sollen die Freiwilligentage neben der Würdigung der Engagierten auch sein: Eine Einladung an alle Berlinerinnen und Berliner, nette Menschen und erfüllende Einsatzmöglichkeiten kennenzulernen. Denn anderen Menschen zu helfen, bereichert auch das eigene Leben.

Dieser Trupp war 2017 für ein sauberes Landschaftsschutzgebiet Flughafensee in Tegel unterwegs.
Dieser Trupp war 2017 für ein sauberes Landschaftsschutzgebiet Flughafensee in Tegel unterwegs.Foto: Markus Hüttmann

Um Ihnen die Teilnahme noch zu erleichtern, stellen wir bis zum Start der Freiwilligentage nun täglich Initiativen vor, die zeigen, wie vielfältig freiwilliger Einsatz sein kann. Machen Sie mit – alleine, mit Familie oder Nachbarn. Damit in Berlin Nachbarschaft weiter wächst. Ganz so, wie es der Regierende Bürgermeister Michael Müller sagt: „Berlin ist nicht nur Ort individueller Freiheit, sondern ebenso Heimat einer solidarischen Stadtgesellschaft mit starkem bürgerschaftlichem Engagement.“

Wollen Sie – allein, mit Nachbarn, Freunden oder Ihrer Initiative – mitmachen bei den Freiwilligentagen von Tagesspiegel und Paritätischem Wohlfahrtsverband? Hier geht’s zur Anmeldung, hier finden Sie alle Aktionen: gemeinsamesache.berlin. Bei Fragen: gemeinsamesache@tagesspiegel.de

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