• Pilotprojekt „Büro Hund“ startet in Steglitz-Zehlendorf: Mitarbeiter dürfen Tiere demnächst mit zur Arbeit bringen

Pilotprojekt „Büro Hund“ startet in Steglitz-Zehlendorf : Mitarbeiter dürfen Tiere demnächst mit zur Arbeit bringen

Mitarbeiter des Bezirksamts Steglitz-Zehlendorf dürfen bald ihren Hund mit ins Büro nehmen. Glückt das Projekt, könnte es ausgeweitet werden.

Boris Buchholz
Alt- und Neubau vom Rathaus Zehlendorf an der Kirchstr. in Berlin-Zehlendorf.
Alt- und Neubau vom Rathaus Zehlendorf an der Kirchstr. in Berlin-Zehlendorf.Foto: Thilo Rückeis

Für Besucher heißt es im Rathaus Zehlendorf auch in Zukunft: Hunde müssen draußen bleiben. Doch die Mitarbeiter des Bezirksamts Steglitz-Zehlendorf dürfen demnächst ihre Tiere mit zur Arbeit bringen. Am Mittwochabend beschloss die Bezirksverordnetenversammlung, das Pilotprojekt „Büro Hund“ zu starten. CDU, Grüne, AfD und einige SPD-Verordnete stimmten für den von den Christdemokraten initiierten Antrag, FDP und Linke lehnten ihn ab, sechs Sozialdemokraten enthielten sich.

Jetzt soll das Bezirksamt bei der Belegschaft im Rathaus Zehlendorf erkunden, ob Mitarbeiter ihre Hunde mit zum Dienst nehmen wollen. Wenn ja, müssten Regeln für den Bürohund-Alltag ausgearbeitet werden. Sei das Pilotprojekt im Rathaus erfolgreich, solle es auf „alle in Frage kommenden Dienststellen“ ausgeweitet werden, so die Antragsteller. Studien hätten nachgewiesen, „dass das Arbeitsklima sich verbessert, ohne dass die Arbeit selbst darunter leidet“, steht in der Antragsbegründung.

Arbeitnehmer dürfen ihren Hund nicht ohne Einwilligung des Chefs mit zur Arbeit bringen.
Arbeitnehmer dürfen ihren Hund nicht ohne Einwilligung des Chefs mit zur Arbeit bringen.Foto: dpa-tmn

„Eine ausgezeichnete Entscheidung!“, begrüßt Markus Beyer, der Vorsitzende des Bundesverbandes Bürohund, den Beschluss im Berliner Südwesten. Er empfiehlt dem Bezirksamt, mit dem Personalrat eine Betriebsvereinbarung auszuhandeln.

Das Bezirksamt Steglitz-Zehlendorf wäre seines Wissens die erste Bundes-, Senats- oder Bezirksbehörde in Berlin, die Bürohunde erlauben würde. Doch andere würden folgen, ist er sich sicher. Da die Hunde die physische und psychische Gesundheit der Beschäftigten fördern würden, „bringt das etwas beim Recruiting“.

Facebook-Nutzerin Diana Ru bestätigt diese These: „Großartig! Ich würde sofort den Job wechseln, wäre es in unserer Gegend“, kommentiert sie den Beschluss aus Steglitz-Zehlendorf.
Für den Hund soll der Tag in der Arbeitsstelle seines Herrchens oder Frauchens stressfrei sein. In der Regel fühle sich „ein Hund wohl in der Nähe seines Menschen“, erklärt Experte Beyer. Doch: „Nicht jeder Hund ist, nur weil er ein Hund ist, ein geeigneter Bürohund.“

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