27 Kilo Shisha-Tabak beschlagnahmt : Erneut Razzien in Neukölln und City-West

In zwei Shisha-Bars in Charlottenburg-Wilmersdorf beschlagnahmte die Polizei mehrere Kilo Tabak. Davon unabhängig wurde auch in Neukölln kontrolliert.

Kontrollen der Polizei in der City-West.
Kontrollen der Polizei in der City-West.Foto: Polizei Berlin

In Charlottenburg-Wilmersdorf haben Polizei und Zollfahnder in der Nacht zu Mittwoch zwei Shisha-Bars kontrolliert. Dabei wurden insgesamt 27 Kilogramm illegaler Wasserpfeifentabak beschlagnahmt und mehrere Personen kontrolliert, Festnahmen gab es nicht, wie die Polizei mitteilte. Hintergrund des Großeinsatzes mit rund 60 Beamten seien Überprüfungen nach dem Nichtraucherschutzgesetz und dem Jugendschutzgesetz gewesen. Unter anderem wurden Verstöße gegen das Waffengesetz, das Gaststättengesetz und das Betäubungsmittelgesetz aufgenommen, auch ein Fall von Steuerhehlerei wurde angezeigt.

Kontrollen dieser Art wurden in der Vergangenheit wiederholt in Shisha-Bars durchgeführt - unter anderem in der City-West und in Neukölln. Bei einem Einsatz Ende Januar wurde zudem ein Lokal in der Kantstraße geschlossen, weil dort zu hohe CO-Messwerte (Kohlenstoffmonoxid) gemessen wurden. Dies war bei dem jüngsten Einsatz laut Polizei nicht der Fall.

Bei den Razzien in Charlottenburg-Wilmersdorf waren auch Beamte aus dem Bereich der Bekämpfung von Clankriminalität beteiligt, wie die Polizei auf Anfrage mitteilte. Der Einsatz dauerte von etwa 22 Uhr bis 1.40 Uhr.

Die Polizei twitterte dazu am Abend: "Behördenübergreifende Zusammenarbeit und Kontinuität: zwei Eckpfeiler der Bekämpfung krimineller Strukturen. Auch mit dem aktuellen Einsatz in #Berlin #Charlottenburg-#Wilmersdorf, setzen wir gemeinsam mit anderen Behörden wieder ein klares Zeichen - zeigen Stärke & Präsenz."

Der Sprecher der Polizeigewerkschaft GdP, Benjamin Jendro, twitterte: "Die Maßnahmen sind unglaublich personalintensiv und dennoch wichtig, um denen, die Öffentlichkeit mögen, öffentlich die Grenzen unseres Rechtsstaates aufzuzeigen. Der gestrige Abend zeigt, dass organisierte Kriminalität arabischer Clans nicht allein in Neukölln zu bekämpfen ist."

Auch in Neukölln wurden am Dienstagnachmittag erneut Razzien durchgeführt, die laut Polizei aber nichts mit den Kontrollen in Charlottenburg-Wilmersdorf zu tun hatten. Hierbei habe es sich um ein Amtshilfeersuchen des Bezirksamts gehandelt, bei dem sieben Lokale kontrolliert wurden, auch im Zusammenhang mit Clankriminalität.

Das Fazit der Polizei: Mehrere Personenkontrollen, keine Festnahmen und mehrere "kleinere" Beschlagnahmungen, darunter ein Kilogramm Tabak, aber "nichts Größeres" wie in Neukölln.

In der Vergangenheit hatten Polizei und Bezirksamt wiederholt Kontrollen in Neuköllner Cafés, Bars und Shisha-Bars durchgeführt. Unter anderem fanden Ende März zwei Großrazzien gegen organisierte Kriminalität in Neukölln und Mitte statt. 340 Einsatzkräfte waren beteiligt. Innensenator Andreas Geisel (SPD) kam bei dem Einsatz Ende März persönlich nach Neukölln und dankte den Einsatzkräften. Es habe sich um den bislang größten Einsatz der Berliner Polizei im Bereich Clankriminalität gehandelt. Geisel sagte damals: "Ich will, dass wir Regeln durchsetzen in dieser Stadt, dass Regeln gelten." Die Behörden wollen mit den regelmäßigen Kontrollen von Orten, in denen Clan-Mitglieder verkehren, den Druck auf kriminelle Mitglieder deutsch-arabischer Großfamilien erhöhen. (Tsp)