Anklage im Fall Fabien Martini soll bevorstehen : Polizisten wird fahrlässige Tötung vorgeworfen

Ein Streifenwagen rast mit 93 km/h in das Auto einer Frau. Sie verstirbt. Jetzt könnte es laut rbb zur Anklage gegen den Polizisten am Steuer kommen.

Ein Feuerwehrmann steht nach einem Unfall an einem beschädigten Polizeiauto.
Ein Feuerwehrmann steht nach einem Unfall an einem beschädigten Polizeiauto.Foto: picture alliance / Maurizio Gamb

Die Berliner Staatsanwaltschaft will noch in diesem Monat Anklage wegen fahrlässiger Tötung gegen einen Berliner Polizisten erheben – das berichtete der rbb Freitagabend. Dem Tagesspiegel konnte das auf Nachfrage nicht bestätigt werden.

Der Beamte Peter G. war im Januar 2018 bei einem Einsatz in das Auto der 21-jährigen Fabien Martini gerast. Die junge Frau verstarb in Folge des Unfalls.

Wie der rbb weiter berichtet, geht die Staatsanwaltschaft davon aus, dass der Fahrer zu nahe am Parkstreifen in der Mitte der Straße gefahren ist - obwohl die anderen Spuren frei gewesen seien. Außerdem sei das Einsatzfahrzeug mit Blaulicht und Martinshorn unterwegs gewesen.

Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft bestätigt dem Tagesspiegel die Einstellung eines weiteren Verfahrens gegen Polizeibeamte wegen des Verdachts auf Strafvereitelung im Amt – zuerst hatte der rbb berichtet. Mehr als hundert Beamte waren befragt worden. Der Vorwurf stand im Raum, Kollegen des Polizisten Peter G. hätten einen möglichen Alkoholkonsum des Beamten gedeckt und nicht angezeigt.

Polizeiauto fuhr mit 93 Stundenkilometern in Wagen von Fabien Martini

Bei einer Blutuntersuchung in der Berliner Charité, stand der Mann unter Alkoholeinfluss. Die Ermittlungen ergaben jedoch, dass auch neutrale Unfallzeugen und Ersthelfer, keinen Verdacht auf Alkoholeinfluss hatten. Eine zweite Probe direkt vom Unfallort, die benötigt wird um die Werte gerichtsfest zu verwerten, wurde nicht erhoben.

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Nach dem derzeitigen Stand der Ermittlungen geht die Staatsanwaltschaft davon aus, dass der Polizist mit 134 Stundenkilometern auf der linken Spur nah an parkenden Autos vorbeiraste. Mit rund 93 Stundenkilometern soll er dann auf die Fahrerseite des Kleinwagens geprallt sein. (Tsp)