Anti-Terror-Einsatz in Potsdam : Spezialkräfte nehmen Verdächtigen fest – er soll in Syrien gekämpft haben

Ein mutmaßliches Mitglied der terroristischen Vereinigung „Ahrar al-Tabka“ wurde in Potsdam gestellt. Die Ermittlungen laufen seit Monaten.

Bei dem Zugriff waren Dutzende Beamte im Einsatz.
Bei dem Zugriff waren Dutzende Beamte im Einsatz.Foto: Hendrik Schmidt/dpa

 

Schwer bewaffnete Spezialkräfte des Landeskriminalamts haben am Dienstagmorgen einen Terrorverdächtigen in Potsdam festgenommen. Wie Polizeikreise bestätigten, erfolgte der Zugriff gegen 8 Uhr auf dem Gehweg in der viel befahrenen Behlertstraße.

Der Verdächtige ergab sich demnach kampflos, seine Wohnung in der Nähe wurde durchsucht.

Kurze Zeit darauf bestätigte die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe den Einsatz. Bei dem Festgenommenen handelt es sich demnach um den Syrer Khaled A., mutmaßliches Mitglied ausländischer terroristischer Vereinigungen.

Ferner wird gegen ihn wegen Verstoßes gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz und wegen eines Kriegsverbrechens gegen das Eigentum ermittelt, hieß es in einer Pressemitteilung der Behörde von Generalbundesanwalt Peter Frank.

Dem Beschuldigten wird laut dem Haftbefehl zur Last gelegt, sich spätestens Ende Januar 2013 in Syrien der als islamistischen Terrorgruppe eingestuften „Ahrar al-Tabka“ angeschlossen zu haben, um auf Seiten der Rebellen an dem dortigen Bürgerkrieg teilzunehmen.

Der Mann wurde in der Behlertstraße festgenommen.
Der Mann wurde in der Behlertstraße festgenommen.Foto: Sebastian Gabsch PNN

„Ziel der Gruppe und des Beschuldigten war es, die politische Ordnung in seinem Heimatland mit Waffengewalt zu verändern und in stärkerem Maße an religiösen Maximen im Sinne einer islamisch geprägten Ordnung auszurichten“, schreibt die Bundesanwaltschaft.

Khaled A. soll „Ungläubige und Abtrünnige“ bekämpft haben

Neben dem Regime des syrischen Machthabers Bashar Al-Assad seien deshalb zugleich „Ungläubige und Abtrünnige“ bekämpft worden. Khaled A. habe für die Gruppe auch an Kampfhandlungen in der Stadt Tabka und deren Umgebung teilgenommen, bewaffnet mit einem Maschinengewehr.

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Nach der Einnahme der Stadt beschaffte er laut den Ermittlern auch Wohnraum für Kämpfer der Organisation, „nachdem die rechtmäßigen Eigentümer vertrieben worden waren“. Ferner dokumentierte der Beschuldigte als Medienvertreter auch Geschehnisse für die Vereinigung.

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Dann habe sich die „Ahrar al-Tabka“ im August 2013 der „Ahrar al-Sham“ angeschlossen, dieser neuen Struktur habe sich der Terrorverdächtige auch unterstellt. In dieser Zeit habe er etwa die Bewachung eines Staudamms übernommen. 

Ermittlungen laufen sei Monaten

Khaled A. wird im Laufe des Dienstags dem Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofs in Karlsruhe vorgeführt, „der ihm den Haftbefehl eröffnen und über den Vollzug der Untersuchungshaft entscheiden wird“, wie es von der Bundesanwaltschaft hieß.

Bei dem Einsatz in Potsdam waren dutzende Polizisten involviert, die Ermittlungen liefen nach Tagesspiegel-Informationen schon seit Monaten. So sei der Mann auch observiert worden, um einen günstigen Zeitpunkt für den Zugriff abzupassen, hieß es aus Ermittlerkreisen. Wegen des Einsatzes kam es am Morgen zu einem Stau in der Behlertstraße.