Berlin-Marzahn : Mann stört Reanimation seiner Partnerin und bedroht Sanitäter

Wieder ein Angriff auf Rettungskräfte in Berlin: Als Sanitäter eine Frau wiederbeleben wollen, behindert deren Lebensgefährte die Rettung und bedroht die Sanitäter mit einer Waffe.

Foto: dpa/Patrick Pleul

Immer wieder gibt es in Berlin Angriffe auf Rettungskräfte. Am Freitag ereignete sich bei einem Notarzteinsatz in Marzahn ein neuer, drastischer Fall. Nach Angaben der Polizei hatte ein 67-jähriger Mann gegen 13 Uhr Rettungskräfte alarmiert. In seiner Wohnung in der Allee der Kosmonauten hatte er seine 50-jährige Lebensgefährtin leblos in der Badewanne entdeckt.

Drohung mit Waffe in der Hand

Nachdem die Sanitäter eines Rettungsdienstes sowie ein Rettungsassistent und zwei Notärzte der Berliner Feuerwehr mit der Reanimation begonnen hatten, störte der 67-Jährige die Maßnahmen immer wieder. Dabei rauchte er unter anderem neben der Sauerstoffflasche. Daraufhin schlossen ihn die Rettungskräfte in seinem Schlafzimmer ein.

Nach Angaben der Polizei war der Mann "damit nicht einverstanden" und forderte die Rettungskräfte auf, die Tür wieder zu aufzumachen. Gleichzeitig versuchte er, von innen die Schlafzimmertür zu öffnen. Den Sanitätern gelang es derweil nicht, die Frau zu retten.

Nachdem die Reanimationsmaßnahmen erfolglos waren, öffnete ein Sanitäter die Tür zum Schlafzimmer und sah den 67-Jährigen, der eine Waffe in der Hand hielt. Mit dieser hatte der Mann zuvor schon durch die verschlossene Tür gedroht. Die Rettungskraft machte die Tür wieder zu und schloss sie ab. Die Rettungskräfte verließen die Wohnung und alarmierten die Polizei.

Auch Polizisten angegriffen

Als die Polizeibeamten klingelten, öffnete der 67-Jährige die Wohnungstür. Er hatte zuvor die Schlafzimmertür zerstört. Der Mann wurde sofort festgenommen und ihm wurden Handfesseln angelegt. Er beschimpfte die Polizisten und versuchte einen Beamten zu treten. Der Kollege wich aus. In der Folge stürzte der Mann, der offensichtlich alkoholisiert war, und verletzte sich im Gesicht. Eine Staatsanwältin ordnete eine Blutentnahme und eine Wohnungsdurchsuchung an. Im Schlafzimmer fanden die Polzisten eine Schreckschusswaffe und beschlagnahmten diese. Nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen wurde der 67-Jährige auf eigenen Wunsch in ein Krankenhaus gebracht.

Ermittlungen zur Todesursache

Der Leichnam der 50-Jährigen wurde beschlagnahmt. Es wurde ein Todesermittlungsverfahren eingeleitet und zur Feststellung der Todesursache eine Obduktion angeregt. Die Kriminalpolizei ermittelt.

In Berlin kommt es immer öfter zu Angriffen auf Polizisten, Busfahrer und sogar Sanitäter. Bestätigt wird dieser Anstieg von der kürzlich veröffentlichten Berliner Kriminalitätsstatistik: Mehr als 6.800 Polizisten und 235 Rettungskräfte erlebten im vergangenen Jahr Attacken, wurden beschimpft, beleidigt, angespuckt, getreten oder geschlagen. (Tsp, svo)

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