Berlin-Neukölln : BVG-Mitarbeiter schlägt alkoholisiertem Mann ins Gesicht

Ein Streit am U-Bahnhof Boddinstraße eskalierte. Auf Facebook empören sich User über die Brutalität des Sicherheitspersonals.

Polizeieinsatzwagen. Symbolbild.
Polizeieinsatzwagen. Symbolbild.Foto: dpa

In Neukölln kam es in der Nacht zu Mittwoch offenbar zu einer heftigen Auseinandersetzung zwischen BVG-Sicherheitsmitarbeitern und einem 33-jährigen Mann, über deren Hergang noch Unklarheit herrscht. Die Sicherheitsmitarbeiter hatten den alkoholisierten Mann aufgefordert, den Bahnhof an der Haltestelle Boddinstraße zu verlassen, weil dieser sich aggressiv gegenüber anderen Fahrgästen verhalten haben soll.

Beim Rausgehen seien die beiden Sicherheitsmitarbeiter, wie sie später gegenüber von Zeugen gerufenen Beamten angaben, von dem alkoholisierten Mann beleidigt worden. Außerdem habe er gedroht, sie "abzustechen" und sich dabei an die hintere Hosentasche gefasst – woraufhin einer der BVG-Mitarbeiter ihn ins Gesicht schlug.

Die Polizisten fanden bei dem Mann ein Taschenmesser und brachten ihn daraufhin zum Polizeifahrzeug, wo er weiter um sich getreten und geschrien haben soll. Bei einer Atemalkoholmessung habe er einen Wert von 1,9 Promille gehabt.

Ein Facebook-Video zeigt den Vorfall

Auf Facebook kursiert ein Video von dem Vorfall. Man sieht, wie die Sicherheitsmitarbeiter den Mann zur Treppe begleiten. Nachdem er ein paar Stufen hochgegangen ist, dreht er um und läuft, schlendernd, auf einen der beiden Sicherheitsleute zu. Dieser holt unvermittelt aus und schlägt ihm mit der Faust ins Gesicht. Ein Messer ist nicht zu sehen. Im Kommentarbereich der Videos empören sich User über die Brutalität des Mitarbeiters. Der rbb, der zuerst über den Vorfall berichtete, hat mit einem anonymen Zeugen gesprochen. Der gab an, der geschlagene Mann sei zwar "verpeilt" gewesen, aber nicht gewalttätig.

Mehrere Anzeigen

Viele Anzeigen gab es allemal. Der 33-Jährige zeigte den Sicherheitsmitarbeiter wegen Körperverletzung an, er selbst wurde wegen Beleidigung, Bedrohung und Hausfriedensbruch – auf den U-Bahnsteigen ist die BVG Hausherr – angezeigt. Außerdem zeigten die Polizisten den Mann noch wegen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte an.

Bei der BVG, so der rbb weiter, wolle man erst einmal die Ermittlungen abwarten – in jedem Fall würden die Mitarbeiter aber nach so einem Vorfall angehört. Tsp