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Berlin-Schöneberg : 23-jährige Fußgängerin stirbt bei LKW-Unfall

Eine 23-Jährige wird am Dienstag in Berlin-Schöneberg von einem abbiegenden Lkw erfasst. Für Donnerstag rufen mehrere Vereine zum Gedenken auf.

Polizeibeamte sperren nach einem Unfall eine Kreuzung in Schöneberg. Bei dem Verkehrsunfall ist eine Fußgängerin getötet worden.
Polizeibeamte sperren nach einem Unfall eine Kreuzung in Schöneberg. Bei dem Verkehrsunfall ist eine Fußgängerin getötet worden.Foto: Bernd von Jutrczenka/dpa

In Schöneberg ist am Dienstagmittag eine Fußgängerin tödlich verunglückt. Am Mittwoch präzisierte die Polizei ihre Angaben zu dem Unfall. Demnach wurde die 23-Jährige vom rechts abbiegenden Lkw eines 59-Jährigen erfasst, als sie gegen 13.25 Uhr an der Kreuzung von Haupt- und Dominicusstraße die Fahrbahn überquerte. Sie starb noch an der Unfallstelle. Für Donnerstag ist eine Mahnwache an der Unfallstelle geplant.

Nach bisherigen Erkenntnissen der Polizei kam der Lkw aus der Dominicusstraße vom Sachsendamm her und bog in die Hauptstraße nordwärts ab. Bei welcher Ampelschaltung sich der Unfall ereignete, vermochte die Polizei auch am Mittwoch nicht zu sagen. Der Verkehrsermittlungsdienst untersucht den Unfallhergang. Die Rekonstruktion des Geschehens ist laut Polizei kompliziert.

Zunächst hatte die Polizei von einer Radfahrerin gesprochen und diese Angabe später korrigiert. Auf einem Foto der Unfallstelle ist ein dreiachsiger schwerer Lkw zu sehen, der einen Baustellencontainer geladen hat. Für die Ermittlungen wurde laut Verkehrsinformationszentrale die komplette Kreuzung stundenlang gesperrt. Davon waren auch mehrere Buslinien der BVG betroffen.

Mahnwache am Donnerstag 17.30 Uhr

Für Donnerstag um 17.30 Uhr rufen der Fußgängerschutzverein FUSS e.V., der Verkehrsclub VCD und der Verein Changing Cities zu einer Mahnwache an der Unfallstelle auf. Dabei soll sowohl der jungen Frau gedacht als auch gegen die schleppende Einführung von Abbiegeassistenten für Lastwagen protestiert werden. „Wir sind fassungslos. Ohnmächtig erleben wir, wie immer wieder ungeschützte Verkehrsteilnehmer von abbiegenden LKWs überfahren und getötet werden“, erklärte Stefan Lieb, Geschäftsführer von FUSS e.V. "Bundesverkehrsminister Scheuer setzt weiterhin auf Freiwilligkeit bei den Firmen, wenn es um das Einbauen der Abbiegeassistenten geht. Das reicht offensichtlich nicht, jetzt muss ein Muss her!" Die Mahnwache sei als Demonstration angemeldet.

Bisher bietet Daimler als einziger Lkw-Hersteller einen Abbiegeassistenten ab Werk an, der den Fahrer beim Rechtsabbiegen optisch und akustisch vor Personen im Gefahrenbereich warnt. Allerdings sparen sich viele Spediteure die Technik.

Der am Unfall beteiligte Lastwagen, ein MAN, dürfte demnach keinen Abbiegeassistenten an Bord haben. Die Verkehrsverwaltung des Senats teilte auf Tagesspiegel-Anfrage mit, es gebe keine rechtliche Handhabe, solche Fahrzeuge aus der Innenstadt auszusperren, da sie trotzdem den EU-Zulassungsrichtlinien entsprechen.

Die junge Frau ist der 26. Mensch, der seit Jahresbeginn Berliner Straßenverkehr getötet wurde. Zehn davon waren zu Fuß unterwegs, acht mit dem Fahrrad. Mehrere starben, weil Lkw-Fahrer sie beim Rechtsabbiegen übersehen hatten.

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