Diskriminierung in Berlin : Staatsschutz ermittelt wegen islamfeindlicher und homophober Beleidigungen

Erneut kam es in Berlin zu islamfeindlichen und homophoben Beleidigungen. Die Diskriminierungen verschiedener Minderheiten häufen sich.

Johanna Lehn
Polizei im Einsatz (Symbolbild).
Polizei im Einsatz (Symbolbild).Foto: dpa

In zwei Fällen von islamfeindlichen und homophoben Beleidigungen, die sich am gestrigen Abend und in der Nacht ereignet haben sollen, ermittelt jetzt der Polizeiliche Staatsschutz: In einem Einkaufszentrum in der Stendaler Straße in Hellersdorf kam es am Montagabend gegen 18.45 Uhr zu einer Auseinandersetzung zwischen drei Männern. Als die Polizei die Streitenden trennte, gab einer der Männer an, ein 28-Jähriger habe ihn und seinen 52-jährigen Begleiter homophob beleidigt. Daraufhin sei es zu dem Streit gekommen. Die Polizisten nahmen die Identität des Beschuldigten auf, anschließend durfte er gehen.

Ein weiterer Fall ereignete sich in der Nacht zu Dienstag in Prenzlauer Berg. Laut Polizei soll ein 51-jähriger Mann gegen 2.30 Uhr eine 18-Jährige in der Kastanienallee nach Zigaretten gefragt haben. Im Verlauf des Gesprächs soll er wirr über den Nationalsozialismus gesprochen und die junge Frau islamfeindlich beschimpft haben.

Die 18-Jährige, die in Begleitung einer gleichaltrigen Freundin unterwegs war, rief die Polizei und folgte dem Mann, der in Richtung Danziger Straße ging. Kurz darauf nahmen die Polizisten ihn vorläufig fest. Nach der Aufnahme seiner Personalien in einer Gefangenensammelstelle wurde er wieder entlassen.

Die Diskriminierungen aufgrund der Religion, Herkunft oder der sexuellen Orientierung häufen sich in den vergangenen Monaten in Berlin. Erst in der vergangenen Woche wurde ein Dunkelhäutiger auf einer Party rassistisch beschimpft. Im Treptower Park wurden Ende Mai zwei Männer homophob beleidigt und mit einem Messer bedroht.

Traurige Schlagzeilen machte der jüdische Restaurantbesitzer Yorai Feinberg. Nachdem er filmte, wie er minutenlang antisemitisch beschimpft wurde, erhielt er unzählige Hassmails und Drohungen.