Freispruch im Strafprozess : Mutmaßlicher Katzenmord bleibt ungeklärt

In Schöneberg wurde Katze "Belle" 2019 offenbar vom Balkon auf die Straße geschleudert. Das Tier starb, ein Angeklagter wurde frei gesprochen.

Kerstin Gehrke
Symbolbild: Bei diesem Tier handelt es sich weder um eine Birma-Katze, noch um das Opfer aus Schöneberg.
Symbolbild: Bei diesem Tier handelt es sich weder um eine Birma-Katze, noch um das Opfer aus Schöneberg.Foto: Franziska Gabbert/dpa

Auf leisen Pfoten spazierte die Birma-Katze auf einer Balkonbrüstung, als sie gepackt und tödlich in die Tiefe geschleudert wurde. War es die Rache eines Nachbarn des Katzenbesitzers in einem Streit um zu laute Partys in der Nacht und anderen Lärm? Vor dem Amtsgericht Tiergarten wurde der Fall am Montag aufgerollt.

Ein 41-Jähriger musste sich wegen Verdachts auf Tierquälerei und Sachbeschädigung verantworten. Er wies die Vorwürfe vehement zurück - und hat ein Alibi.

Es geschah am 15. Mai 2019 gegen 9.10 Uhr in einer Wohnanlage in Schöneberg. Ein Zeuge, der gerade Rasen mähte vor dem Haus, sagte vor der Richterin: „Erst lief eine Katze auf der Balkonbrüstung im ersten Obergeschoss hin und her, dann sah ich die Katze aus dem Augenwinkel fliegen.“ Eine Person habe das Tier am Bein oder am Schwanz gepackt. Weit ausholen sei die Katze geschleudert worden, hieß es in der Anklage. So heftig, dass sie meterweit flog, auf den Asphalt aufprallte und verstarb.

„Ich weiß überhaupt nichts von einer Katze“, so der Angeklagte. Es sei aus seiner Sicht auch nicht möglich, dass die Katze von der Wohnung des Nachbarn auf seinen Balkon gelangen konnte. Außerdem halte er einen Hund, weshalb eine Katze seinen Balkon wohl meiden würde.

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Richtig sei allerdings, dass es schwierig mit dem Nachbarn aus dem zweiten Stock sei. „Ich kann nachts nicht schlafen, ständig gibt es bei ihm Partys.“ Weil er sich bedroht fühlte durch den Mann, sei er am Morgen, als die Katze starb, bei einem anderen Nachbarn gewesen.

Das bestätigte der benannte Zeuge. Wer warf die Birma-Katze „Belle“ in die Tiefe? Der Zeuge, der Rasen mähte, erklärte: „Ob es der Angeklagte war, kann ich nicht sagen.“ Der Fall bleibt ungelöst. Das Gericht sah es wie der Staatsanwalt: „Freispruch. Der Vorwurf konnte nicht nachgewiesen werden.“