Homophobie am Christopher Street Day : Regenbogenflagge angezündet, Männer schwulenfeindlich beleidigt

Zwei homophobe Vorfälle haben sich am Samstag und in der Nacht zum Sonntag ereignet. Zwei Männer wurden homophob beleidigt, eine Regenbogenflagge brannte.

Die Regenbogenfahne vor der Siegessäule in Berlin.
Die Regenbogenfahne vor der Siegessäule in Berlin.Foto: Wolfgang Kumm/dpa

Hunderttausende haben am Sonnabend in Berlin die Vielfalt queeren Lebens gefeiert und für die Rechte von Lesben und Schwulen protestiert. Wie gefährdet diese offene Lebensweise immer wieder ist, zeigte sich bei zwei homophoben Vorfällen am Rande des Christopher Street Day. Zunächst beleidigte am Abend ein alkoholisierter 19-Jähriger zwei Männer in der U3 auf schwulenfeindliche Weise und beleidigte und bedrohte auch weitere Personen in der U-Bahn. In der Nacht zum Sonntag versuchten dann zwei Jugendliche, eine Regenbogenfahne anzuzünden.

Bei dem Vorfall in der U3 beleidigte und bedrohte ein alkoholisierter 19-Jähriger zwei unbekannt gebliebene Männer homophob. Die beiden Männer trugen nach Angaben der Polizei T-Shirts mit Regenbogenflaggen. Laut Polizei forderte eine 72-Jährige den 19-Jährigen auf, dies zu unterlassen. Daraufhin beleidigte er auch die Frau mehrfach.

Die beiden Männer, die zuerst Opfer der Beleidigung geworden waren, verließen dann die U-Bahn. Wie die Polizei angab, richtete sich die Wut des alkoholisierten Mannes daraufhin auf die anderen Fahrgäste, die ihren Unmut über sein Verhalten äußerten. Er beleidigte und bedrohte sie und gab außerdem volksverhetzende Aussagen von sich.

Zeugen verständigten schließlich die Polizei und verließen mit der ebenfalls alkoholisierten 61 Jahre alten Mutter des Pöbelnden die U-Bahn. Dieser fuhr weiter. Die Mutter nannte den Polizisten jedoch seinen Namen. Die Ermittlungen wegen Beleidigung, Bedrohung und Volksverhetzung dauern an.

Zweiter Vorfall in Köpenick

In Köpenick versuchten zwei unbekannt gebliebene Jugendliche oder junge Männer in der Nacht zum Sonntag, eine Regenbogenflagge in Brand zu stecken. Nach Zeugenangaben war einer der Unbekannten gegen 0.30 Uhr mit Hilfe seines Begleiters den Fahnenmast vor dem Köpenicker Rathaus in der Straße Alt-Köpenick hinaufgeklettert und hatte mehrfach versucht, die dort gehisste Regenbogenflagge zu entzünden. Dabei entstand laut Polizei aber nur ein kleines Brandloch.

Die Tatverdächtigen flüchteten anschließend. Zeugen filmten jedoch den Vorfall und stellten das Video der Polizei zur Verfügung. Die Ermittlungen wegen Sachbeschädigung mit homophobem Hintergrund laufen. (Tsp)

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