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Kopfschuss-Mord in Moabit : Mutmaßlicher Täter plante Flucht mit E-Roller

Im Fall des Mordes im kleinen Tiergarten sucht die Polizei jetzt nach Zeugen. Sie veröffentlicht ein Foto des Tatverdächtigen – und des Fluchtfahrzeuges.

Der Tatverdächtige und zwei der wahrscheinlich bei der Tat benutzten Fahrzeuge.
Der Tatverdächtige und zwei der wahrscheinlich bei der Tat benutzten Fahrzeuge.Foto: Polizei

Der Fall des in Berlin getöteten Georgiers Zelimkhan Khangoschwili hatte weit über Berlin hinaus Aufsehen erregt. Jetzt erhofft sich die Polizei mit der Veröffentlichung von Bildern Hinweise aus der Bevölkerung, um die Hintergründe aufzuklären.

Dabei geht es auch um die Frage, ob der Täter Helfer hatte, wo er in Berlin untergekommen war und woher er die Waffe hatte.

Khangoschwili war am Freitag, dem 23. August, gegen 11:55 Uhr im Kleinen Tiergarten nahe der Kreuzung Turmstraße/Stromstraße in Moabit erschossen worden.

Ermittlungen der Polizei und Staatsanwaltschaft zufolge soll sich der hier abgebildete Beschuldigte mit seinem Fahrrad zu einem 40-jährigen Mann begeben und mehrere Schüsse auf ihn abgezielt haben.

Ermittler vermuten einen Auftragsmord

Der 40-Jährige erlag noch am Tatort seinen schweren Verletzungen. Anschließend sei der Beschuldigte mit seinem Fahrrad geflüchtet und habe sich den abgebildeten E-Scooter als mögliches Fluchtmittel bereitgestellt. Er nutzte das Fahrzeug aber offenbar nicht.

Das Fahrrad des Beschuldigten.
Das Fahrrad des Beschuldigten.Foto: Polizei

Der Beschuldigte konnte unmittelbar nach der Tat festgenommen werden und befindet sich derzeit in Untersuchungshaft. Sicherheitskreise halten einen Auftragsmord für die wahrscheinlichste Variante. Der mutmaßliche Täter, der Russe Wadim S., sei 49 Jahre alt und habe wie ein Profi gehandelt, hieß es. Wadim S. sei erst vor wenigen Tagen nach Deutschland gekommen und habe dann offenkundig das Opfer ausgespäht.

Bei dem Tatverdächtigen soll eine größere Summe Bargeld gefunden worden sein, weswegen die Ermittler zwischenzeitlich annahmen, es könnte sich um einen Raubmord gehandelt haben.

Diesen Roller soll der Täter für die Flucht bereitgestellt haben.
Diesen Roller soll der Täter für die Flucht bereitgestellt haben.Foto: Polizei

Inzwischen ist aber der Verdacht gewachsen, es könnte sich um einen politischen Auftragsmord handeln, in den staatliche russische Stellen verwickelt sind. Sicherheitskreise vermuten „russischen Staatsterrorismus“.

Der Tagesspiegel hatte wie berichtet aus Sicherheitskreisen erfahren, dass Zelimkhan Khangoschwili in den Jahren 2015 und 2016 gemeinsam mit dem dezidiert antirussischen Ex-Staatspräsidenten Georgiens, Micheil Saakaschwili, in der Ukraine aktiv war.Somit sei Khangoschwili ein Kreml-feindlicher Separatist und kein Islamist – wie vorerst angenommen.

Die Tatwaffe landete in der Spree

Die Tatwaffe, eine Pistole, fanden Polizeitaucher am Holsteiner Ufer in der Spree – nur einige hundert Meter vom Tatort entfernt. Auch das Fluchtfahrrad soll dort gefunden worden sein.

Ein Detail des E-Rollers.
Ein Detail des E-Rollers.Foto: Polizei
Eine Detailaufnahme des E-Rollers.
Eine Detailaufnahme des E-Rollers.Foto: Polizei

Zur Aufklärung der Tat und ihrer Vorbereitung hat die Mordkommission folgende Fragen:

  • Wer hat den Beschuldigten zwischen dem 20. August 2019 und der Tat am 23. August 2019 gesehen?
  • Wer kann Hinweise zu seinen Aufenthaltsorten in diesem Zeitraum geben?
  • Wer kennt den Beschuldigten und kann sonstige Angaben zu ihm machen?
  • Wer kann Angaben zu dem abgebildeten Fahrrad (Hersteller: Commencal) machen?
  • Wer kann Angaben zu dem abgebildeten E-Scooter (VOLTeBoard M400 pro) machen?

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Hinweise nimmt die 7. Mordkommission in der Keithstraße 30, 10787 Berlin-Tiergarten unter der Telefonnummer (030) 4664-911777 oder per E-Mail an LKA117@polizei.berlin.de und jede andere Polizeidienststelle entgegen. (Tsp)