Korruptionsverdacht in Berliner Krankenhaus : Ärzte sollen Schmiergeld für Leichen bekommen haben

Berliner Ärzte sollen von Bestattern Geld für die Vermittlung von Leichen erhalten haben. Seit Juli läuft ein Verfahren gegen die Beschuldigten.

Mehrere Ärzte sollen Zahlungen für die Vermittlung von Bestattungsaufträgen erhalten haben.
Mehrere Ärzte sollen Zahlungen für die Vermittlung von Bestattungsaufträgen erhalten haben.Foto: dpa

Drei Ärzte aus dem Leichenschaudienst der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) sollen von Bestattungsunternehmen Zahlungen für die Vermittlung von Leichen erhalten haben. Ein Bestatter aus Hellersdorf soll den Berliner Ärzten pro Bestattungsvermittlung bis zu 300 Euro bezahlt haben, der einzige Zahler soll er aber nicht gewesen sein. Die Informationen gehen aus internen Protokollen der Berliner Ärztekammer hervor, die dem RBB vorliegen.

Die Vorwürfe sind nicht neu

Laut dem Sprecher der Ärztekammer, Sascha Rudat, seien die Vorwürfe nicht neu. Bereits Ende April seien erste Vorwürfe bekannt geworden, seit dem 3. Juli laufe ein förmliches Untersuchungsverfahren gegen die beschuldigten Männer. Der geäußerte Verdacht konnte bislang jedoch noch nicht bestätigt werden.

Bis zu 3000 Euro Bestechungsgeld pro Monat

Der Bestatter aus Hellersdorf soll laut Bericht die Ärzte gezielt per Email angeschrieben haben und bis so bis zu 30 Leichen pro Monat vermittelt bekommen haben - das heißt 3000 Euro für die Ärzte.

Einer der drei Beschuldigten Ärzte soll der AfD-Politiker Dietmar Buchberger sein, der im September für das Bürgermeisteramt in Henningsdorf kandidierte und seit 13 Jahren für den Leichenschaudienst der KV arbeitet.

Weder die Ärzte noch der Bestatter wollten sich zu den Vorwürfen äußern.

Laut Ärztekammer sollen bereits in der Vergangenheit strafrechtliche Ermittlungen gegen die Ärzte eingeleitet worden sein, die sich, die jedoch aufgrund fehlender Handhabe eingestellt wurden. (Tsp)

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