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Landgericht Frankfurt/Oder : Lebenslange Haft für Dreifachmörder aus Müllrose

Seine Großmutter hatte ihn in ihrem Haus aufgenommen. Doch der Enkel tötet sie an ihrem Geburtstag. Auf der Flucht fuhr er zwei Polizisten tot. Nun gibt es ein Urteil.

Der Angeklagte Jan G. während des Prozesses am Landgericht in Frankfurt/Oder.
Der Angeklagte Jan G. während des Prozesses am Landgericht in Frankfurt/Oder.Foto: Patrick pleul/ dpa

Knapp ein Jahr nach dem gewaltsamen Tod von zwei Polizisten und einer Rentnerin in Brandenburg ist ein 25-Jähriger wegen dreifachen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Das Landgericht Frankfurt (Oder) stellte am Freitag auch die besondere Schwere der Schuld fest. Damit bleiben Verurteilte in aller Regel länger als 15 Jahre in Haft.

Der Fall hatte bundesweit Bestürzung ausgelöst. Zunächst hatte der Mann laut dem Urteil seine Großmutter an ihrem 79. Geburtstag im gemeinsamen Wohnhaus in Müllrose nach massiven Schlägen erstochen. Auf der anschließenden Flucht vor der Polizei überfuhr er in der Nähe zwei Beamte an einer Bundesstraße bei Beeskow mit überhöhter Geschwindigkeit. Die Polizisten waren sofort tot.

Bei der Tat stand er unter Drogen

Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der Mann schuldfähig ist. „Ihm waren das Ausmaß und die Folgen seines Handelns bewusst“, so Richterin Claudia Cottäus. Er habe zwar eine emotional instabile Persönlichkeit, sei aber in seiner Steuerungsfähigkeit nicht beeinträchtigt gewesen.

Bei den Taten habe er unter Drogen gestanden. Nach der Tötung der Großmutter habe er den „unbedingten Willen zur Flucht“ gehabt und „wollte sich auf keinen Fall von der Polizei schnappen lassen“. Der Mann hatte im Prozess zugegeben, für den Tod der drei Menschen verantwortlich zu sein.

Ein Leben voller Gewalt und Klinikaufenthalte

Mit dem Strafmaß entsprach das Gericht der Forderung der Staatsanwaltschaft. Auch eine Sicherungsverwahrung des Mannes soll später geprüft werden. Die Verteidigung hatte hingegen auf zwölf Jahre Gefängnis plädiert.
Laut Richterin war das Leben des Mörders geprägt von Gewalttaten, Verurteilungen, Aufenthalten in psychiatrischen Kliniken, Drogen und abgebrochenen Ausbildungen.

Die Polizisten im Alter von 49 und 52 Jahren sollten an dem Tag Ende Februar 2017 eine Kontrollstelle einrichten, um das Fluchtauto zu stoppen. Der Angeklagte raste aber mit dem Wagen seiner Großmutter direkt auf die beiden am Straßenrand zu. Er habe billigend in Kauf genommen, dass es ihnen nicht gelingen konnte, sich zu retten. „Sie rechneten nicht mit dem Angriff auf ihr Leben.“

Die Rentnerin starb, nachdem ihr Enkel sie mit Fäusten und einem Küchenstuhl attackiert hatte und mit einem Küchenmesser auf sie einstach. Der Angriff soll sich an einem Streit um eine vollgestellte Badewanne entzündet haben. (dpa)

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