Mord an Berliner Mediziner : Zeugenaussagen im Weizsäcker-Prozess erwartet

Ein 57-Jähriger muss sich vor Gericht verantworten. Sieben Zeugen sind heute geladen.

Der Angeklagte Gregor S. bei einem zurückliegenden Verhandlungstag im Prozess.
Der Angeklagte Gregor S. bei einem zurückliegenden Verhandlungstag im Prozess.Foto: Olaf Wagner/Imago

Der Prozess um den gewaltsamen Tod des Berliner Mediziners Fritz von Weizsäcker wird am heutigen Dienstag ab 9.30 Uhr am Berliner Landgericht fortgesetzt. Weitere Zeugen werden erwartet, laut Gericht sind sieben geladen.

Der jüngste Sohn des früheren Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker wurde am 19. November 2019 durch einen Stich in den Hals gegen Ende eines Vortrages in der Schlossparkklinik Berlin getötet. Die Tat hatte bundesweit Entsetzen hervorgerufen.

[Behalten Sie den Überblick: Jeden Morgen ab 6 Uhr berichten Chefredakteur Lorenz Maroldt und sein Team im Tagesspiegel-Newsletter Checkpoint über Berlins wichtigste Nachrichten und größte Aufreger. Kostenlos und kompakt: checkpoint.tagesspiegel.de]

Angeklagt ist ein 57-Jähriger aus Andernach in Rheinland-Pfalz, dem Mord an dem 59-Jährigen sowie versuchter Mord an einem Polizisten zur Last gelegt werden. Der heute 34 Jahre alte Beamte wollte den Angreifer - nach eigener Aussage vor Gericht - stoppen und war demnach direkt dazwischen gegangen. Er habe in die Messerklinge gegriffen und den „ungebremst aggressiven“ Mann am Boden überwältigt. Der Beamte war privat zu dem Vortrag gekommen.

Als Mordmotiv nimmt die Staatsanwaltschaft Hass auf die Familie des Getöteten an, insbesondere auf den früheren Bundespräsidenten. Im Prozess wird auch die Schuldfähigkeit des Angeklagten geprüft. Der mutmaßliche Mörder hat die Attacke gestanden, aber keine Reue gezeigt. Er bezeichnete sich als Zwangsneurotiker, Ex-Nazi und verkrachte Existenz. (dpa)