Polizei ermittelt im Clanmilieu : Erneute Razzia nach Überfall auf Geldtransporter

Die Polizei hat die Wohnungen von zwei weiteren Tatverdächtigen durchsucht. Die Beamten erhoffen sich neue Hinweise zum Geldtransporter-Überfall vom Oktober.

SEK Beamte der Berliner Polizei nach einer Hausdurchsuchung (Symbolbild.)
SEK Beamte der Berliner Polizei nach einer Hausdurchsuchung (Symbolbild.)Christoph Soeder/dpa

Nachdem Unbekannte im vergangenen Oktober einen Geldtransporter überfielen und auf einen Streifenwagen schossen, ermittelte die Polizei im Clanmilieu. Nun gibt es neue Indizien. Am Donnerstagmorgen durchsuchten Beamte die Wohnungen und Meldeanschriften von zwei weiteren Tatverdächtigen, um weitere Beweismitteln sicherzustellen. Dabei handelt es sich um die Wohnungen eines 35-jährigen Libanesen und eines 33-jährigen türkischen Staatsangehörigen in Buckow, Baumschulenweg, Kreuzberg, Schöneberg und Moabit. Die Beamten wurden von Spezialeinsatzkräften des Landeskriminalamtes und der Bereitschaftspolizei unterstützt.

Die Tat, die durch die Razzia aufgeklärt werden soll, geschah am 19. Oktober 2018 um 7.30 Uhr. Damals hatten zwei Wagen an der Schillingstraße nahe Alexanderplatz einen Geldtransporter gestoppt. Maskierte stiegen aus, bedrohten die Fahrer mit schweren Waffen und bogen die Tür des Tresorfahrzeuges mit Spezialwerkzeug auf. Das Gerät stellte sich als eine von der Feuerwehr gestohlene Hydraulikschere heraus.

Die Täter schleppten Kisten aus dem Fahrzeug und versuchten diese in einen Mercedes zu laden, wobei es Probleme gab: Die Kisten waren offenbar zu groß. Beim Losfahren fiel eine Kiste aus dem Auto. Die Polizei war schnell vor Ort und nahm die Verfolgung auf. In der Neuen Grünstraße schossen die Täter auf das Polizeiauto und trafen die Kühlerhaube. Nur einige Minuten später hatte eines der Fluchtfahrzeuge einen Unfall. In der Feilnerstraße ließen die Täter den Mercedes samt Beute zurück und flohen.

Zwei Verdächtige bisher festgenommen

Bereits im November gab es die ersten Festnahmen. Beamte konnten einen 38-Jährigen aus dem Umfeld eines deutsch-arabischen Clans festnehmen, dem sie durch DNA-Spuren im Fluchtwagen und an den Geldkisten auf die Spur kamen. Diesem Mann wird schwerer Raub und versuchter Mord an Polizisten vorgeworfen. Einen Monat später konnte ein zweiter Verdächtiger festgenommen werden. Ein 32-Jähriger aus Mariendorf soll der Logistiker der Bande sein und für den Überfall ein Fahrzeug und das Hydraulikwerkzeug besorgt haben. Insgesamt soll es jedoch fünf Täter geben.

Im Januar dieses Jahres gab es noch eine Razzia bei der bekannten Großfamilie Remmo und im Februar wurden Wohnungen eines 41-jährigen Libanesen und eines 28-jährigen Deutschen durchsucht. Dabei wurde jedoch keiner der beiden festgenommen. (Tsp/sebe)