Polizei warnt : Seniorin bei Kaffeefahrt betrogen

Eine Seniorin aus Senftenberg (Oberspreewald-Lausitz) zahlte 1500 Euro für ein Massagegerät. Dabei war es nur knapp 70 Euro wert.

Die Polizei warnt vor dieser Betrugsmasche. Familien sollen Eltern und Großeltern aufklären.
Die Polizei warnt vor dieser Betrugsmasche. Familien sollen Eltern und Großeltern aufklären.Foto: Oliver Berg/dpa

Es begann mit einem Prospekt im Briefkasten - und endete mit dem Kauf eines Massagegeräts für 1500 Euro. Eine Seniorin wurde am Donnerstag auf einer Kaffeefahrt in den Spreewald betrogen.

Erfahren hatte sie von der Fahrt über ein Prospekt, welches die Neueröffnung eines Busunternehmens bewarb. Angelockt vom scheinbar günstigen Preis meldeten sich die Seniorin telefonisch an. Spätere Recherchen ergaben, dass dieses Unternehmen nicht existiert.

Tatsächlich wurde die Frau aber am Donnerstagmorgen mit einem Kleintransporter in einen Gasthof im Spreewald gefahren. Mit elf weiteren Gästen wurde in angenehmer Atmosphäre zusammen gespeist - Frühstück, Mittagessen, Kaffeetrinken gespickt mit einigen Kurzreisen und dem exklusiven Angebots eines Gesundheitsgeräts.

Von der Präsentation des Geräts überzeugt, griff die Seniorin zu und zahlte den stolzen Preis von 1500 Euro. Erst im Nachhinein kamen Zweifel auf. Der Hersteller des Gerätes bestätigte auf Anfrage der Polizei, dass es sich dabei um ein gewöhnliches Handmassagegerät handelt, für den gewöhnlichen Preis von 70 Euro. Damit ging es Montag zur Polizei.

Im Rahmen der bisherigen Ermittlungen ließ sich einer der Organisatoren bereits identifizieren - und dieser ist schon landesweit bekannt. Der 47-jährige Mann aus Norddeutschland hatte bereits in der Vergangenheit mehrfach im Bundesgebiet betrogen, darunter auch mit Wucher. Es ist nicht auszuschließen, dass der Betrüger sich nun Brandenburg für sein verwerfliches Gebaren ausgesucht hat.

Warnen Sie Eltern und Großeltern!

Nun warnt die Polizei vor weiteren Betrugsmaschen. Familien sollten ihre Eltern sowie Großeltern sensibilisieren, denn gerade ältere oder alleinstehende Menschen seien empfänglich für die scheinbar günstigen Angebote im Briefkasten. Busfahrt, Kaffee, Kuchen, Unterhaltung, Geschenke… das klingt verlockend.

"Dabei geht es auf diesen Kaffeefahrten nur ums Geschäft. Den Teilnehmern werden Betten, Decken und Töpfe zu angeblichen Schnäppchenpreisen angeboten. Es handelt es sich nach polizeilicher Erfahrung jedoch oft um minderwertige Ware, die dazu noch überteuert angeboten wird", heißt es von Seiten der Polizei.

Die Polizei rät: "Lassen sie sich nicht zu einem Kauf drängen, die Teilnahme an einer Kaffeefahrt verpflichtet nicht zum Kauf. Unterschreiben sie keine Verträge, deren Inhalt sie nicht erfassen können. Außerdem müssen Verträge das aktuelle Datum, den Namen und die Anschrift des Vertragspartners und eine Unterschrift enthalten." In jedem Fall lasse sich innerhalb von zwei Wochen vom Vertrag zurücktreten. Die Polizei rät zusätzlich davon ab, hohe Geldbeträge am Veranstaltungstag in Bar oder per EC-Karte zu zahlen.

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