Mit Lügen vertuschte der Vater die Tat zunächst, um Zeit für die Flucht zu gewinnen.

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Prozess gegen Vater aus Reinickendorf : Sohn hinterrücks mit dem Hammer erschlagen

Julien saß im Flur, seine Schwester vor dem Fernseher im Wohnzimmer. Gegen 16 Uhr schloss der Vater die Tür. Das Mädchen, so gab er später zu Protokoll, sollte nichts mitbekommen. Er schaltete den Staubsauger ein. Nichts sollte zu hören sein. Drei Schläge waren es, die den Schädel des Jungen zertrümmerten. D. nahm Decken und schleppte die Leiche in den Keller des Mehrfamilienhauses.

Das unglaubliche Drama aber war dem Vater nicht anzumerken. Ruhig soll er zu seiner Tochter gegangen sein. Sie fragte nach Julien. Er sagte, der Bruder kaufe eine neue Computermaus. Am frühen Abend rief die Mutter an. Sie war besorgt, die Kinder sollten längst zu Hause sein. Ihr wurde von einem angeblichen Streit um eine kaputte PC-Maus berichtet. Julian hole eine neue, er sei aber noch nicht zurück. Später meldete sich Birk D. bei der Mutter. Der Junge sei jetzt da, er könne die Kinder losschicken. Doch sie wollte nicht, dass sie im Dunkeln gehen.

Der Tochter hatte er vorgegaukelt, Julien sei nach dem Einkauf gleich zur Mutter gefahren. Er brachte die Zehnjährige am nächsten Morgen zum Bus. Dann kaufte er sich ein Bahnticket und fuhr nach Düsseldorf. Die Mutter meldete den Sohn als vermisst. In der Nacht fanden Polizisten den Jungen. Drei Tage später wurde D. im Hafen am Rhein gefasst.

Die Familie ist traumatisiert. „Alle sind in Therapie“, hieß es. Juliens Schwester frage sich immer wieder: „Hätte ich etwas tun können?“ Birk D. soll nach seiner Verhaftung viel von Depressionen und einer angeblich schweren Kindheit mit einem aggressiven Vater gesprochen haben. Er selbst ist bis zum April nie wegen Gewalt aufgefallen. „Es gibt für die Tat keine Erklärung“, sagte der Staatsanwalt am Rande des Prozesses. Er vermutet: „Wir werden am Ende des Prozesses genauso ratlos sein wie jetzt.“

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