Raubüberfall in Berlin : Täter weiter auf der Flucht

In Berlin kam es im November zu einem Raubüberfall, einer der Täter ist weiter auf der Flucht. Gibt es eine Verbindung zum Clan-Milieu?

Kennen Sie diesen Mann? Die Polizei Berlin bittet bei der Suche um Mithilfe.
Kennen Sie diesen Mann? Die Polizei Berlin bittet bei der Suche um Mithilfe.Fahndungsfoto der Polizei Berlin

Die Berliner Polizei sucht mit Phantombild nach einem Tatverdächtigen im Zusammenhang mit einem Raubfall Ende November des vergangenen Jahres. Bei der ZDF-Sendung "Aktenzeichen XY ... ungelöst" wurde der Fall am Mittwochabend vorgestellt. In diesem Zusammenhang war es vor Ausstrahlung zu einigen Verwirrungen gekommen, weil eine mögliche Verbindung des Täters zu arabischen Familienclans in Berlin gezogen wurde, die die Polizei dementierte.

Der Gesuchte soll damals zusammen mit einem Komplizen einen 66-Jährigen Mann in Wilmersdorf mit Reizgas überfallen haben. Die beiden Täter raubten einen Koffer mit erheblicher Bargeldmenge. Bei dem Beraubten handelte es sich wohl um einen Spielhallen-Betreiber, bei dem Geld um dessen Einnahmen. Der Komplize des Gesuchten wurde bereits festgenommen und sitzt in Untersuchungshaft.

Die Polizei bittet um Mithilfe

Die Täter waren nach dem Überfall in einen bereitstehenden schwarzen VW Golf mit gestohlenem Kennzeichen gestiegen. Die Flucht endete in der Taunusstraße Ecke Südwestkorso. Der Fahrer, der im Auto auf seine Komplizen gewartet hatte, war dort gegen einen geparkten Wagen geprallt. Daraufhin flüchteten die Täter zunächst zu Fuß. Mindestens zwei von ihnen stiegen dann in ein Taxi.

Das beschlagnahmte Fluchtfahrzeug, welches auf dem Sicherstellungsgelände der Polizei stand, wurde in der darauffolgenden Nacht von Unbekannten beschädigt. Mit einem Feuerlöscher vernichteten sie dabei Spuren im Innenraum des Fahrzeuges.

Zwei Vermumte überfallen mit Reizgas einen 66-Jährigen Casinobetreiber. Anschließend raubten sie ihm seine Geldeinnahmen.
Zwei Vermumte überfallen mit Reizgas einen 66-Jährigen Casinobetreiber. Anschließend raubten sie ihm seine Geldeinnahmen.Fahndungsfoto der Berliner Polizei

Die Ermittler fragen:

- Wer kennt den Abgebildeten und/oder kann Angaben zu dessen Aufenthaltsort machen?

- Wer hat die Tat beobachtet und sich bislang noch nicht bei der Polizei als Zeuge zur Verfügung gestellt?

- Wer hat in der Nacht vom 1. Dezember zum 2. Dezember 2018, gegen 2 Uhr verdächtige Beobachtungen auf und um das Sicherstellungsgelände in der Belziger Straße 52 gemacht?

- Wer kann sonst sachdienliche Hinweise geben?

Hinweise nimmt die Kriminalpolizei der Direktion 2, Charlottenburger Chaussee 75 in 13597 Berlin-Spandau unter der Rufnummer (030) 4664-273117 (innerhalb der Bürodienstzeit) oder unter (030) 4664-271100 (außerhalb der Bürodienstzeit) oder jede andere Polizeidienststelle entgegen.

Kontroverse um Bericht bei "Aktenzeichen XY"

Im Vorfeld der neuesten Folge der ZDF-Sendung "Aktenzeichen XY" hatte eine Pressemitteilung für Verwirrung gesorgt. In dieser wies die Produktionsfirma der Sendung auf eine mögliche Verbindung zum Abou-Chaker-Clan hin. Eine Mutmaßung, die für Erstaunen bei der Berliner Polizei gesorgt hatte, mit der dies offenbar nicht abgesprochen war.

Eine Sprecherin der Berliner Polizei sagte gegenüber dem Tagesspiegel, das solche Angaben nicht von der Polizei stammen würden. "Selbst wenn es so wäre, könnten wir es nicht sagen, weil wir grundsätzlich keine Familiennamen aus Ermittlungsverfahren veröffentlichen." Auch zu einer anderweitig bestehenden Verbindung zum Berliner Clan-Milieu wollte die Sprecherin keine Angaben machen.

Moderator Rudi Cerne sprach in der Sendung nur noch von einer möglichen Verbindung "zu einem bekannten arabischen Großfamilie", den Abou-Chaker-Clan nannte er nicht. Auf Anfrage teilte die Redaktionsleiterin von "Aktenzeichen XY...ungelöst" mit, ihre Informationen von der Polizei bekommen zu haben.