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Razzia in Berlin und Brandenburg : 19 Wohnungen tschetschenischer Krimineller durchsucht

Wegen einer gewaltsamen Auseinandersetzung zweier Gruppen aus Tschetschenien gab es am Dienstagmorgen eine Großrazzia in Berlin und Brandenburg.

Ein Spezialeinsatzkommando der Polizei. (Symbolfoto)
Ein Spezialeinsatzkommando der Polizei. (Symbolfoto)Foto: dpa

Spezialkräfte der Polizei durchsuchen seit dem frühen Mittwochmorgen 19 Wohnungen tschetschenischer Krimineller in Berlin und Brandenburg. Tatvorwurf: "Verdachts des gegenseitigen, gemeinschaftlichen versuchten Totschlags". Wie das Berliner Polizeipräsidium mitteilte, wurden Durchsuchungsbeschlüsse vollstreckt, die im gesamten Stadtgebiet liegen, zum Teil auch in Brandenburg. Hintergrund der Razzia ist eine mit Schusswaffen ausgetragene Auseinandersetzung zweier aus Tschetschenien stammenden Gruppen. Da die Männer als gefährlich und bewaffnet gelten, wurden Spezialkräfte wie das SEK für die Razzia eingesetzt.

Die Ermittlungen richten sich gegen 18 Mitglieder zweier verfeindeter Gruppierungen, die sich Anfang August 2018 in mehreren gewalttätigen Auseinandersetzungen teilweise schwere Verletzungen zufügten. Höhepunkt dabei war eine Schießerei im Märkischen Viertel vor einem tschetschenischen "Kulturzentrum" gegeben. Zwei Männer wurden verletzt, zwei Tatverdächtige vorübergehend festgenommen.

Die Ermittler stellten am Mittwoch umfangreiches Beweismaterial sicher, darunter unter anderem Mobiltelefone, Datenträger, Hieb- und Stichwaffen, Reizstoffsprühgeräte und geringe Mengen Betäubungsmittel sicher. Ein 28-Jähriger wurde zwecks erkennungsdienstlicher Behandlung zu einer Gefangenensammelstelle gebracht und im Anschluss an die polizeilichen Maßnahmen wieder entlassen.

Zuvor hatte es im Mai 2017 eine wüste Schießerei tschetschenischer Rocker in Wedding gegeben. Drei Rocker waren verhaftet worden nach dem Überfall, sie gehörten nach Angaben der Staatsanwaltschaft zu der Rockergruppe „Guerilla Nation“. Zwei der Männer saßen in einem wartenden Fluchtfahrzeug, während ein dritter mit einer Maschinenpistole mehr als ein Dutzend Mal auf ein Café feuerte. Gäste des Cafés schossen zurück. Anschließend war das Vereinsgebäude der Rocker in der Wittstocker Straße in Moabit durchsucht worden. Ob es einen Zusammenhang mit der Schießerei im Märkischen Viertel gibt, ist unklar.

Auch der im Juni zu lebenslanger Haft verurteilte Mörder der Kunsthistorikerin Susanne Fontaine stammt aus Tschetschenien.

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