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Tödlicher Unfall in Berlin-Johannisthal : BVG-Bus überfährt Radfahrerin

Beim Rechtsabbiegen erfasst ein Bus die Frau – trotz Außenkameras und Monitor. Am Montag ist eine Mahnwache am Unfallort geplant.

Rettungskräfte im Einsatz. (Symbolbild)
Rettungskräfte im Einsatz. (Symbolbild)Foto: Ralph Peters

Im Treptower Ortsteil Johannisthal ist am Sonntagmittag eine Radfahrerin getötet worden. Die Frau wurde von einem nach rechts abbiegenden BVG-Bus der Linie 265 überrollt und war sofort tot. Der Bus gehört zu der neuesten Serie von zwölf Meter langen, einstöckigen „Citaro“-Bussen, die über eine Technik verfügt, die beim Abbiegen helfen soll: Ein Monitor zeigt dem Busfahrer, was auf der rechten Seite des Fahrzeugs passiert.

Für Montag ist eine Mahnwache am Unfallort geplant. Danach wollen die Demonstranten aus dem Stadtteil Johannisthal mit Fahrrädern zum Verkehrsministerium fahren. An der Unfallstelle will zudem der Radfahrerverein ADFC ein weiß gestrichenes Fahrrad als Mahnsymbol aufstellen.

Der Unfall geschah laut Polizei um 12.20 Uhr an der Kreuzung Groß-Berliner Damm, Ecke Pilotenstraße. Der Fahrer des Busses sowie ein Passant kamen mit einem Schock ins Krankenhaus. Wie viele Fahrgäste im Bus Richtung Innenstadt saßen, konnte die BVG nicht sagen. Das Opfer fuhr ein modernes Hightech-Rennrad.

Zum Alter der Frau wollte die Polizei am Sonntag keine Angaben machen, da zunächst keine Angehörigen informiert werden konnten. Die Details des Unfallhergangs werden derzeit ermittelt.

Erst kürzlich gab es einen tödlichen Radunfall

Es ist bereits der zweite tödliche Fahrradunfall in diesem Jahr. Am 8. Januar war am Kottbusser Tor in Kreuzberg eine Frau durch einen nach rechts abbiegenden Lastwagen getötet worden. Die 68-jährige Radfahrerin starb noch an der Unfallstelle.

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Bei dem nun involvierten Unfallbus handelt es sich um ein erst 2019 ausgeliefertes Modell mit der BVG-Nummer 1085.

Die eingebaute Technik bremst den Bus nicht automatisch ab, Kameras und der Monitor sollen beim Abbiegen helfen. Die Fachzeitschrift „Eurotransport“ berichtete im Jahr 2019 über die neuen Citaro-Busse, dass „die neuen Sicherheitssysteme Preventive Brake Assist sowie der Sideguard Assist mit integriertem Abbiegeassistent zum Serienanlauf derzeit noch nicht verfügbar“ seien.

Am Montag um 17.30 Uhr ist für die am Sonntag tödlich verunglückte Frau eine Mahnwache am Unfallort geplant, am Groß-Berliner Damm, Ecke Pilotenstraße. „Es macht fassungslos und wütend, was in Berlin geschieht. Letzte Woche wurde eine Radfahrerin von einem rechtsabbiegenden Lkw getötet, heute eine weitere von einem rechtsabbiegenden Bus“, teilte Sophie Lattke vom Verein Changing Cities mit. „Wir fordern Sicherheit auf den Straßen für die 70 Prozent der Berlinerinnen und Berliner, die nicht mit dem Auto unterwegs sind. Jetzt!“

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Anmerkung der Redaktion: In einer ersten Version hieß es, der Bus verfüge über einen Abbiegeassistenten. Dies hatte die BVG-Sprecherin angegeben. Tatsächlich verfügt der Bus aber über keine solche Einrichtung.

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