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Zeugen gesucht : Ursache für Brand in Neuköllner Wohnhaus bislang unklar

Ein Feuer im Keller eines sechsstöckigen Hauses hat die Bewohner in Lebensgefahr gebracht. Das Gebäude ist nun unbewohnbar - die Brandursache noch völlig offen.

Einsatzkräfte der Feuerwehr löschen den Brand im Keller von einem Wohnhaus in der Hermannstraße in Berlin-Neukölln. Bei dem Brand sind am Samstagnachmittag mehrere Menschen verletzt worden.
Einsatzkräfte der Feuerwehr löschen den Brand im Keller von einem Wohnhaus in der Hermannstraße in Berlin-Neukölln. Bei dem Brand...Foto: dpa/Paul Zinken

Nach dem Kellerbrand in Berlin-Neukölln, bei dem am Samstagnachmittag nach Angaben der Polizei bis zu 30 Menschen aus einem stark verrauchten Wohnhaus gerettet worden sind, laufen die Ermittlungen zur Ursache des Feuers. Zuvor war von 32 Menschen die Rede.

Nach bisherigen Ermittlungen und Zeugenaussagen bemerkte ein Zeuge kurz vor 16:30 Uhr aus den Kellerfenstern eines Mehrfamilienhauses an der Hermannstraße Qualm aufsteigen und alarmierte die Feuerwehr und die Polizei.

Ein Zeuge bemerkte kurz vor der Alarmierung der Feuerwehr ein Pärchen vor dem Haus, welches möglicherweise zum Brand etwas bemerkt oder gesehen haben könnte.

Wer kann Hinweise zum Brand geben?

Nun sucht die Polizei nach weiteren Zeugen: Wer hielt sich am Nachmittag des 22. Februar 2020 vor dem Wohnhaus Hermannstraße 72 auf und kann Hinweise zum Brand machen? Wer hat sonst etwas Ungewöhnliches, fremde Personen im Haus oder auf dem Hof bemerkt?

„Der Brandort ist beschlagnahmt worden“, sagte eine Polizeisprecherin am Sonntag. Zunächst war unklar, wann die Ermittler das Gebäude betreten und untersuchen können. „Wir können daher noch nichts zur Entstehung des Brandes sagen“.

28 Menschen kamen nach Angaben der Polizei vom Montag mit Verdacht auf Rauchgasvergiftungen in Krankenhäuser - zuvor war von 20 und 25 Fällen die Rede. „Brandverletzte gab es zum Glück nicht“. Darunter befanden sich sechs Kinder im Alter von einem bis dreizehn Jahren und drei Jugendlichen im Alter von 15 bis 17 Jahren.

In dem sechsstöckigen Haus an der Hermannstraße Ecke Okerstraße waren Kellerverschläge in Brand geraten. „Haushaltsgegenstände, Fahrräder, was man so im Keller hat“, sagte ein Feuerwehrsprecher.

Der Rauch gelangte bis in die Wohnungen

Insgesamt 180 Brandbekämpfer und Rettungskräfte waren im Einsatz. Die Bewohner waren „in höchster Lebensgefahr“. Giftige Rauchgase zogen demnach sehr schnell in das Treppenhaus. Durch Ritzen gelangte der Rauch bis in die Wohnungen. „Deshalb haben wir uns zuerst auf die Rettung der Menschen konzentriert“. Auch ein Lebensmittelmarkt im Erdgeschoss war betroffen.

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Die Feuerwehr rettete 16 Menschen über das Treppenhaus. Neun konnten das Haus über tragbare Leitern durch den Innenhof verlassen. Sieben Menschen wurden dem Sprecher zufolge über Drehleitern gerettet - davon einer über das Dach, drei von einer Dachterrasse und zwei über Fenster. Zunächst waren die Menschen vor Ort in einer „Verletzten-Sammelstelle“ behandelt worden.

Die Bewohner konnten persönliche Gegenstände retten

Die Brandbekämpfung habe sich wegen der baulichen Gegebenheiten und einer starken Hitzeentwicklung als „relativ schwierig“ erwiesen, so der Sprecher. Erst kurz vor Mitternacht galt das Feuer als gelöscht. Das Haus wurde anschließend für unbewohnbar erklärt und verschlossen. Die Bewohner konnten jedoch noch persönliche Gegenstände aus den Wohnungen holen.

Die meisten von ihnen kamen bei Freunden und Verwandten unter, das Bezirksamt bot jedoch auch Notunterkünfte an. „Durch das Feuer sind die Anschlüsse für Gas, Strom und Wasser beschädigt worden. Auch die Heizung funktioniert nun nicht mehr“, sagte der Sprecher. Es sei nicht auszuschließen, dass manche Wohnungen wegen des starken Rauchs renoviert werden müssen. Die Feuerwehr biete Beratung an. (tsp/dpa)

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