Von Feuerwerkskörpern und Affenmasken

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"Pro Deutschland" demonstriert in Berlin : Linke Aktivisten am Görli: "Ihr könnt nach Hause fahren!"
Stefan Kuhfs

16.55 Uhr: Immer wieder werden Böller auf die Mitglieder von "Pro Deutschland" vom Dach geworfen. Die Gruppe baut unterhalb einer Kita in der Liebigstraße nach und nach Plakate und Lautsprecher auf. Weit und breit ist kein einziger, zusätzlicher Sympathisant zu sehen. Die linken Aktivisten skandieren in Sprechchören.

16.30 Uhr: Vom Dach eines Eckhauses werden Feuerwerkskörper gezündet. Einzelne Böller explodieren. Rund 250 linke Demonstranten haben sich nun zwischen Rigaer Straße und Liebigstraße eingefunden. Anwohner der "Liebig 34" schlagen auf Kochtöpfe und machen Lärm. Unweit des Spektakels, an der Kita "Tausendfüßchen", holen Eltern ihre Kinder ab.

Protest und Gegen-Demo in Hellersdorf
Bewohner des Hausprojektes "Liebig 34" stehen vermummt oder mit Affenmasken während einer Gegendemonstration zu einer Kundgebung der rechtspopulistischen Vereinigung "Pro Deutschland" in Berlin auf einem Balkon in der Liebigstraße.Weitere Bilder anzeigen
1 von 24Foto: dpa
21.08.2013 19:24Bewohner des Hausprojektes "Liebig 34" stehen vermummt oder mit Affenmasken während einer Gegendemonstration zu einer Kundgebung...

16.16 Uhr: Einige Meter von der Gegendemonstration ist der Wagen von "Pro Deutschland" scheinbar unbemerkt eingetroffen.

16.02 Uhr: Die Polizei hat die Liebigstraße auf Höhe der Nummer 16 gesperrt. Bewohner des Hausprojektes "Liebig 34" stehen auf ihren Balkonen, einige von ihnen tragen Affenmasken. Auf dem Dach des gegenüberliegenden Eckhauses in der Rigaer Straße stehen einzelne Vermummte.

15.43 Uhr: Die Gegendemonstranten marschieren geschlossen Richtung Rigaer Straße. Nebenschauplatz Revaler Straße: Vor den Augen der Polizei attackiert ein Mann einen Jugendlichen, der mit dem Fahrrad an ihm vorbei fährt, mit einem Messer. Er wird sofort festgenommen und mit Handschellen abgeführt.

15.25 Uhr: Die Demos lösen sich langsam auf. Beim Vorbeifahrern hupt ein großer Laster den linken Aktivisten zu. Jubel ertönt.

15.17 Uhr: Die Kundgebung von "Pro Deutschland" ist beendet. Einige der Anhänger halten Plakate in Richtung Gegendemonstranten.

15.13 Uhr: Auf der Warschauer Brücke ist von Friedrichshain in Richtung Kreuzberg kein Durchkommen mehr. Lediglich Busse und Tram können noch passieren.

15.00 Uhr: Der Vorsitzende der Rechtspopulisten spricht. "Hallo Freunde, guten Tag Friedrichshain" ruft er ins Mikrofon. Etwa drei Sympathisanten hören ihm zu. "Nie wieder Nazis", kontern die Gegner. Aus einem umliegenden Wohnhaus wird spontan ein selbst gebasteltes Plakat gehängt, auf dem "Scheiß Nazis" steht.

14.55 Uhr: Die Kundgebung wird von der Gegendemo übertönt. Einige Leute halten zum Zeichen des Protests ihre Schuhe in die Höhe.

14.47 Uhr: Der Landesvorsitzende von "Pro Deutschland", Lars Seidensticker, hält ein Plakat mit "Hier stinken die Linken" in Richtung Suicide Circus. Die rund 50 Gegendemonstranten, die versucht haben, auf die andere Straßenseite zu kommen, wurden mittlerweile von der Polizei umstellt. Einer von ihnen wurde vorübergehend festgenommen.

14.45 Uhr: Die Polizei fordert die Gegendemonstranten auf, sich wieder auf die andere Seite der Straße zu begeben. "Da ist ihre Kundgebung" ertönt es durch den Lautsprecher.

14.35 Uhr: Der weiße Sprinter von "Pro Deutschland" ist jetzt an der Hersingforser, Ecke Warschauer Straße eingetroffen. Die Mitglieder beginnen, Schilder und Boxen aufzustellen. Auf der anderen Seite der Warschauer Straße, vor dem Club "Suicide Circus" waren die Gegendemonstranten. Sie senden Pfiffe und Buh-Rufe Richtung "Pro Deutschland". Etwa 50 Personen versuchen, sich Seidensticker und Co. zu nähern.

14.30 Uhr: Eine Teilnehmerin hat sich spontan bereiterklärt, als Veranstalterin der Demonstration aufzutreten und gibt ihre Personalien der Polizei bekannt.

14.20 Uhr: Laut Polizei sind etwa 300 Einsatzkräfte vor Ort. Über den Tag verteilt, werden 450 Beamte im Einsatz sein. Polizeipressesprecher Stefan Redlich resümiert die Demonstrationen in Hellersdorf und Moabit als "ruhig aber stimmungsvoll". Er vermutet, dass es am Abend in der Rigaer Straße etwas brisanter wird.

14.16 Uhr: Die Polizei hat die Demonstranten an der Warschauer Brücke aufgefordert, einen Verantwortlichen für die Kundgebung zu stellen. "Sehr geehrte Teilnehmer, ihre Kundgebung wurde nicht angemeldet. Die Berliner Polizei wird den Schutz der Demo trotzdem gewährleisten. Die Person kann sich am Lautsprecherwagen melden".

14.00 Uhr: 120-150 Demonstranten sind jetzt vor Ort.

13.50 Uhr: Mittlerweile stehen auf beiden Seiten der Warschauer Straße, in Höhe der S-Bahnstation bis zur Revaler Straße, etwa 20 Polizeiwannen. Auf dem Fußgängerweg stehen Absperrgitter. Rund 100 linke Aktivisten sind bisher eingetroffen und warten auf Höhe Warschauer Straße, Ecke Revaler Straße. Die Stimmung ist friedlich.

13.38 Uhr: An der Warschauer Straße und an der Ecke Helsigforser Straße warten schon rund 14 Polizeiwagen. Erste Beamte bringen sich in Position. Der Demo-Wagen ist noch nicht in Sicht. Erste Schaulustige bleiben stehen. Langsam treffen Gegendemonstranten ein und warten auf der rechten Straßenseite vor dem Club "Suicide Circus". "Rassismus tötet" hält einer der Aktivisten in die Höhe. Der Verkehr fließt, zwar etwas eingeschränkt, weil die Polizei die rechte Straßenseite belegt.

13.20 Uhr: Der Demo-Wagen von "Pro Deutschland" hat sich Richtung Warschauer Brücke aufgemacht.

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