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Pro & Contra : Asphalt statt Pflastersteine
Stephan Wiehler


Contra



So weit kommt’s noch. Weil Chaoten Pflastersteine herausreißen und damit um sich werfen, denken einige darüber nach, die Gehwege in Kreuzberg asphaltieren zu lassen. Eine Kapitulation vor der Gewalt, zum Nachteil des Stadtbilds. Es hat gute Gründe, dass sich Berlin das sogenannte Bernburger Pflaster leistet. Es sieht besser aus als eine vollständig versiegelte Fläche, und es lässt den Regen leichter in die Erde eindringen. Zudem kann es bei einem Schaden schnell ausgebessert werden. Sich hier der Gewalt zu beugen, die sich bisher auf einen einzigen Tag im Jahr konzentriert, wäre fatal. Und würde nicht viel bringen. Wer Steine auf Menschen wirft, ist hirnlos. Und solche Typen würden sich dann andere Wurfgeschosse besorgen, seien es wiederum Steine, die dann mitgebracht werden, oder auch Flaschen. Wer sein Hirn ausschaltet, ist auch durch Asphalt nicht zu bremsen. Es würde reichen, es den Steinewerfern schwerer zu machen. Schadhafte Stellen im Pflaster, wo sich schnell weitere Steine herausbrechen lassen, könnten wenigstens vor dem immer wiederkehrenden 1. Mai ausgebessert werden. Und aufs Lagern von Steinen an Baustellen könnte man um diese Zeit auch verzichten. Einladungen zum Werfen muss man nicht aussprechen. Aber das soll es dann auch sein. Das Geld für ein großflächiges Asphaltieren lässt sich an unzähligen anderen Stellen sinnvoller ausgeben. Das Pflaster soll bleiben! Klaus Kurpjuweit  

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