Protest in Berlin-Mitte : Demonstranten fordern offene Grenzen für Geflüchtete

Mindestens 1000 Menschen haben am Sonnabend für die Aufnahme von Migranten aus der Türkei demonstriert. Es ist nicht die erste Aktion in dieser Woche.

Hintergrund der Demo war die jüngst von der Türkei beschlossene Öffnung der Grenzen, die Griechenland und die EU ablehnen.
Hintergrund der Demo war die jüngst von der Türkei beschlossene Öffnung der Grenzen, die Griechenland und die EU ablehnen.Foto: Christoph Soeder/dpa

Rund 1000 Menschen haben nach Beobachtungen eines dpa-Reporters am Sonnabend in Berlin für die Aufnahme schutzbedürftiger Migranten in Deutschland demonstriert. Der Veranstalter sprach am späten Nachmittag von rund 4000 Menschen, die Polizei gab zunächst keine Teilnehmerzahlen bekannt.

Der Protestzug unter dem Motto „Europe, don't kill! Open the borders - Wir haben Platz“ zog vom Bundesinnenministerium zum Halleschen Ufer. Auf Transparenten wurden Slogans wie „Shame on you, EU“, „Für mehr Liebe“ und „Nazis morden - Grenzen auch. Schluss damit“ gezeigt.

Griechische Grenzschützer schießen auf Geflüchtete. Das ist nicht normal. Und das sollte es niemals werden“, teilte die Initiative „Seebrücke Berlin“ im Internet-Aufruf mit. Gewalt gegen Schutzsuchende sei Rassismus. „Wir fordern, dass die sicheren Häfen in Deutschland gehört werden.“

[Alle Neuigkeiten zur Lage der Geflüchteten an der türkisch-griechischen Grenze finden Sie im Newsblog.]

Zahlreiche Städte und Kommunen hatten sich bereit erklärt, Menschen aufzunehmen. Bereits am Dienstag hatten mehrere tausend Menschen vor dem Kanzleramt für eine Grenzöffnung demonstriert.

Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) hat bisher den Kurs Griechenlands unterstützt, das Migranten und Flüchtlinge an seiner Grenze stoppt. Die Türkei hatte am vergangenen Wochenende die Grenzen zur EU für Migranten für geöffnet erklärt. Nach UN-Angaben harren Tausende auf der türkischen Grenzseite zu Griechenland aus. Griechische Sicherheitskräfte setzten mehrfach Blendgranaten und Tränengas ein, um Menschen zurückzudrängen. dpa

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