Auch Lehrer der Rütli-Schule schreiben einen Protestbrief an die Senatorin

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Exklusiv
Protestbriefe an die Bildungssenatorin : Lehrer beklagen "Notstandsverwaltung"

Die GEW-Vorsitzende Sigrid Baumgardt bleibt dennoch skeptisch. Sie verweist darauf, dass rund ein Viertel der Lehramtsstudenten gar nicht im Referendariat landet. Zudem führe die Altersermäßigung dazu, dass noch mehr Lehrer gebraucht würden als bisher berechnet.

Der Leiter der Spandauer Martin-Buber-Schule, Lutz Kreklau, nennt noch ein zusätzliches Problem: „Es gibt zu viele Lehrer, die Geschichte und Deutsch unterrichten wollen“. Deshalb blieben zu wenig Kapazitäten für die Mangelfächer wie Mathematik, Physik, Informatik, Englisch oder Musik. Für die Schulen bedeutet dies, dass sie mitunter Deutschlehrer einstellen müssen, obwohl sie eigentlich einen Mathematiklehrer brauchen.

Florian Bublys hat die Junglehrerinitiative "Bildet Berlin" gegründet und heizt mit seinen Forderungen und Aktionen dem Senat und der GEW ein.
Florian Bublys hat die Junglehrerinitiative "Bildet Berlin" gegründet und heizt mit seinen Forderungen und Aktionen dem Senat und...Foto: Kai-Uwe Heinrich

Die Martin-Buber-Schule gehört zu den über 50 Schulen, die am Mittwoch die Protestbriefe an die Bildungssenatorin abgeschickt haben. Zu den weiteren beteiligten Schulen gehören das Beethoven-, Robert-Blum-, Paulsen- und Humboldt-Gymnasium sowie die Wilhelm-Busch- und Victor-Gollancz-Grundschule und der Campus Rütli. Die in den „Maßnahmen der Senatorin zum Ausdruck kommende geringe Wertschätzung“ empöre die Lehrer berlinweit, betonte Florian Bublys, der Sprecher der Initiative „Bildet Berlin“, die den Protest organisiert.

Bislang haben die von GEW und „Bildet Berlin“ organisierten Warnstreiks allerdings wenig gefruchtet. Dazu kann auch beigetragen haben, dass sich an der Streik- und Aktionswoche im Mai im Schnitt nur „6,7 Prozent“ der angestellten Lehrer beteiligt haben, wie die Sprecherin der Bildungsverwaltung, Beate Stoffers, auf Anfrage mitteilte. Die Verwaltung kann für sich auch reklamieren, dass die aktuelle Stellenbesetzung für das kommende Schuljahr gut vorankommt. Das bestreitet nicht einmal die GEW.

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