• Prozess gegen 35-Jährigen vor Berliner Landgericht: 75.000 kinderpornografische Dateien bei Angeklagten gefunden

Prozess gegen 35-Jährigen vor Berliner Landgericht : 75.000 kinderpornografische Dateien bei Angeklagten gefunden

Der Mann saß bereits mehr als zehn Jahre in Haft. Nun wurden erneut kinderpornografische Videos und Bilder bei ihm gefunden.

Blick auf die Justizvollzugsanstalt Plötzensee.
Blick auf die Justizvollzugsanstalt Plötzensee.Foto: Paul Zinken/dpa

Kaum war Andi N. wieder frei, hortete er erneut verbotene Dateien: Weil er rund 75.000 kinderpornografische Bilder und Videos besessen und in 14 Fällen strafbares Material an verschiedene Chatpartner verbreitet haben soll, steht der 35-Jährige vor dem Landgericht. Er gestand pauschal. Seine Verteidigerin erklärte am Montag, ihr Mandant habe nun „seine Einstellung zu Therapie und Therapeuten geändert“.

Andi N. saß bereits mehr als zehn Jahre in Haft – einschlägig vorbestraft ist er. 2013 erhielt er dreieinhalb Jahre Gefängnis. „Das Problem ist, dass ich damals eine Therapiemöglichkeit nicht besser genutzt habe“, so der Mann. Zu Straftaten sei es immer wieder wegen seiner sexuellen Orientierung gekommen, so die Verteidigerin.

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Er wurde nach Verbüßung der letzten Haftstrafe unter Führungsaufsicht gestellt, soll aber gegen Meldeauflagen verstoßen haben. Im Februar 2019 sei es deshalb zu Durchsuchungen bei ihm gekommen, hieß es am Rande des Prozesses.

N. hatte laut Anklage einen Laptop, ein Smartphone, zwei externe Festplatten, einen USB-Stick bei sich. Ermittler fanden massenhaft Kinderpornografie – genau 62.377 Bilder und 12.624 Videos mit einer Gesamtlaufzeit von 33 Tagen. Seitdem befindet sich N. wieder in Haft. Der Prozess wird am 16. März fortgesetzt.

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