Prozess in Berlin : Falsche Maklerinnen sollen 11.000 Euro ergaunert haben

Zwei Schwestern stehen in Berlin vor Gericht, weiß sie sich als Wohnungsvermittlerinnen ausgegeben und illegal Vorschüsse verlangt haben sollen.

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Justizia.Foto: Helmut Vogler

Die Wohnungsnot in der Stadt sollen zwei Schwestern kriminell ausgenutzt haben: Ohne behördliche Erlaubnis seien sie als Wohnungsvermittlerinnen aufgetreten und hätten illegal Vorschüsse auf die Maklercourtage verlangt –„unter Vortäuschen einer tatsächlich nicht existierenden Bereitschaft, dem Mietinteressenten eine Wohnung zu vermitteln“, so die Anklage.

Rabia P., die Ältere, wies am Mittwoch vor dem Landgericht geplante Betrügereien zurück. Ihre Schwester allerdings gab zu, in einigen Fällen Geld verlangt, aber nichts getan zu haben. Aus „Faulheit“ und „weil es verführerisch war“.

Die Frauen sind 34 und 27 Jahre alt. Die ältere Angeklagte ist Altenpflegerin, die jüngere Fotografin. Rabia P. befindet sich seit fast einem Jahr in Haft. Nicht wegen mutmaßlichen Betrugs, sondern wegen Drogenhandels. Vier Jahre Haft erhielt sie. Das Urteil ist aber noch nicht rechtskräftig.

"Ich habe einen guten Ruf"

„Ich habe viele Wohnungen erfolgreich vermittelt“, erklärte Rabia P. „Ich habe einen guten Ruf in der Szene.“ Sie habe Wohnungssuchende nicht getäuscht. „Aber es ist richtig, dass ich Vorschüsse auf die Maklercourtage verlangt habe.“ Dadurch habe sie sicherstellen wollen, dass sie nach einer Vermittlung auch Honorar bekomme.

Neun mutmaßlich Geprellte werden in der Anklage aufgelistet. Sie zahlten bis zu 2850 Euro, hätten aber vergeblich auf eine Wohnung gehofft. In der Zeit von September 2015 bis März 2017 sollen die Schwestern insgesamt 11.150 Euro ergaunert haben.

Die Ältere sagte, sie sei nicht wirklich als Maklerin, sondern als Vermittlerin aufgetreten. „Ich brachte Interessenten zum Makler.“ Dafür habe sie auch Geld verlangt. Die Beträge hätten unter denen gelegen, die ein Makler verlange. Eine Courtage vor der Maklercourtage? Sie nickte. Es sei für sie eine Provision gewesen. 2015 aber habe sie wegen familiärer Probleme ihrer Schwester angeboten, ihre Stelle einzunehmen. „Sie ließ es schleifen.“ Weil sie „nicht richtig Lust für die Tätigkeit hatte“, so die 27-Jährige. Der Prozess geht Mittwoch weiter.

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