Prozess um gestohlene Pakete : DHL-Mitarbeiter plündern VIP-Sendungen

Gegenstände im Wert von 30.000 Euro sollen DHL-Mitarbeiter aus einem Verteilerzentrum gestohlen haben. Sie wurden zu Geld- und Bewährungsstrafen verurteilt.

In einem DHL-Verteilerzentrum in Spandau wurden Pakete geplündert.
In einem DHL-Verteilerzentrum in Spandau wurden Pakete geplündert.Foto: Kitty Kleist-Heinrich

Jetzt in der Vorweihnachtszeit hoffen wieder besonders viele Menschen, dass ihre Paketsendungen rechtzeitig und unbeschadet ankommen. Mehrere Mitarbeiter eines Verteilerzentrums in Spandau verteilten zahlreiche Pakete allerdings nicht an die Empfänger, sondern unter sich – und plünderten sie. Deswegen standen fünf Angeklagte am Donnerstag vor dem Amtsgericht Tiergarten – drei waren zum Tatzeitpunkt DHL-Mitarbeiter.

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Die Diebe bedienten sich besonders intensiv an Sendungen, die als sogenannte VIP-Pakete in einem käfigartigen Raum zusätzlich gesichert waren. Drei Männer agierten als Betriebsangehörige. Sie hätten Gegenstände im Wert rund 30.000 Euro entwendet, so die Anklage.

Aufgerissene Pakete lagen im Kofferraum

Zwei der Männer waren im März 2016 auf frischer Tat geschnappt worden. Aufgerissene Pakete lagen in ihrem Auto – Kopfhörer, Handy oder DVD-Player hatten sie erbeutet. Toni B. (25) gestand nun, dass er der Initiator gewesen sei. „Ich war Teamleiter und nachts der Letzte, der die Lagerhalle verließ“, so der Ex-DHL-Mitarbeiter.

Wegen finanzieller Schwierigkeiten sei er auf die Idee gekommen, „mal reinzusehen“. Sechs Mal habe er mit einem oder mehreren Mittätern Pakete geplündert. Zum geplanten Verkauf von Beute sei es nicht gekommen.

Das Verschwinden der Pakete war bald aufgefallen. B. gestand sofort. Das Gericht verhängte gegen ihn wegen Diebstahls im besonders schweren Fall 18 Monate Haft auf Bewährung, zudem soll er eine Auflage von 1000 Euro zahlen.

Zwei weitere Männer erhielten ein Jahr beziehungsweise neun Monate auf Bewährung, ein 26-Jähriger wurde zu einer Strafe von 4500 Euro verurteilt. Gegen einen 33-Jährigen wurde das Verfahren gegen Zahlung von 1000 Euro eingestellt.

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