Prozessauftakt : Mann stach auf schlafende Ehefrau ein

Wegen versuchten Mordes an seiner Ehefrau muss sich ein psychisch kranker Mann vor dem Berliner Landgericht verantworten. Beim Haftrichter sagte er aus, nichts von der Tat zu wissen.

Berlin -Der 36-jährige Türke soll im November 2005 seiner schlafenden Frau mit einem Messer in den Hals gestochen und dabei nur knapp die Halsschlagader verfehlt haben. Der Tötungsversuch sei gescheitert, weil die Frau erwachte und ihren Ehemann auf die Tat aufmerksam machte, sagte die Staatsanwaltschaft in dem so genannten Sicherungsverfahren. Die damals 32 Jahre alte Mutter dreier Kinder erlitt nur eine oberflächliche Schnittverletzung.

Der Mann wird seit der Tat in der geschlossenen Psychiatrie behandelt. Laut Staatsanwaltschaft war er zur Tatzeit auf Grund einer schweren Depression nicht schuldfähig. In dem Verfahren geht es daher um die dauerhafte Unterbringung des Familienvaters in einem psychiatrischen Krankenhaus.

Ehefrau verweigert die Aussage

Zu Prozessbeginn wollte sich der 36-Jährige zum Tatvorwurf nicht äußern. Nach Angaben eines Feuerwehrmannes, der zum Tatort gerufen worden war, fand dieser den Mann vor dem Couchtisch knieend und mit aufgeschnittenen Pulsadern vor.

"Die Indizien sprachen bisher immer für eine Selbstgefährdung. Fremdaggressivität ist nie vorgekommen", sagte der Verteidiger des Mannes. Der Anwalt kündigte an, dass die Ehefrau seines Mandanten im Prozess von ihrem Recht der Aussageverweigerung Gebrauch und daher keine Angaben zum Tatgeschehen machen werde. Das Verfahren wird am 30. März fortgesetzt. (tso/ddp)

Mehr lesen? Jetzt E-Paper gratis testen!

0 Kommentare

Neuester Kommentar