Psychiatrie : Gesundheitssenatorin kritisiert Scientology

Die Organisation Scientology betreibe eine Diffamierungskampagne gegen die Psychiatrie meint Katrin Lompscher (Linkspartei/PDS). Sie schüre damit in "unverantwortlicher Weise Ängste und Befürchtungen bei der Bevölkerung".

Berlin - Scientology vermittele in jüngster Zeit "mit zweifelhaften Dokumentationen und Publikationen" wie der Ausstellung "Psychiatrie: Tod statt Hilfe" ein falsches Bild von dem etablierten Behandlungs- und Beratungssystem in der Psychiatrie. Damit missbrauche die Organisation die seelische Notlage von Menschen, um neue Mitglieder zu werben, sagte Berlins Gesundheitssenatorin Lompscher.

"Menschen, die sich in seelischer Not befinden, benötigen konkrete und fachlich versierte Hilfe. Diese erhalten sie bei dafür ausgebildeten Ärzten und Therapeuten und nicht bei den Scientologen", betonte Lompscher. Berlin verfüge über ein "leistungsstarkes und transparentes System qualifizierter Beratung und Behandlung". In dringenden Fällen stehe täglich rund um die Uhr der Berliner Krisendienst zur Verfügung.

Die in den USA gegründete Organisation Scientology hatte im Januar eine neue Zentrale in Charlottenburg eröffnet. Im Unterschied zu anderen Bundesländern wird sie in Berlin seit 2003 nicht mehr vom Verfassungsschutz beobachtet. Eine erneute Überwachung wird derzeit aber geprüft. Von Experten wird die Organisation als "problematisch" eingeschätzt, weil sie wirtschaftliche Interessen verfolge und es für Mitglieder schwierig sei, auszuscheiden. (ddp)

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