Qualitätsoffensive wirkt : Berliner S-Bahn wird immer pünktlicher

Sauberer und pünktlicher. Die Berliner S-Bahn wird immer besser, teilte das Unternehmen mit.

Sauber und pünktlich: Die S-Bahn
Sauber und pünktlich: Die S-BahnFoto: Jörn Hasselmann

Die S-Bahn ist noch besser geworden. In diesem Jahr sind 96,3 Prozent der Züge pünktlich gefahren, nach Bahn-Definition also weniger als vier Minuten zu spät. Das sind fast 1,5 Prozentpunkte mehr als 2018. Dies teilte das Unternehmen mit. S-Bahn-Chef Peter Buchner führte das auf die vor einem Jahr gestartete „Qualitätsoffensive“ zurück, die Investitionen von 30 Millionen Euro umfasst.

Im vergangenen Jahr hatte das Unternehmen sein Ziel von 96 Prozent pünktlicher Züge verfehlt und nur 95 Prozent erreicht. Die Erfolge des Programms waren aber schon zum Jahreswechsel zu erkennen gewesen.

Bis Mitte August habe es im Vergleich zum Vorjahreszeitraum 33 Prozent weniger Zugausfälle und 23 Prozent weniger Fahrzeugstörungen gegeben.

Wie berichtet, hatten 50 Mitarbeiter aus fast allen Bereichen monatelang nachgedacht, wie der Betrieb verbessert werden kann. Heraus kamen 180 Punkte, die nun bis zum Jahr 2025 umgesetzt werden sollen. Manches ging schnell: Im September wurden 1000 als störanfällig ausgemachte Türrelais in sämtlichen Waggons der neuesten Baureihe 481 ausgetauscht.

Bahnhöfe Pankow und Neukölln werden aufgewertet

Diese gingen ständig kaputt, die seit den 90er Jahren gebauten Züge mussten dann zur Reparatur aus dem Verkehr genommen werden. Aufgefallen ist der Fehler erst jetzt. Teuer war der Austausch nicht, die Relais kosteten nur 15 Euro das Stück.

Zu dem Programm gehören auch schönere Bahnhöfe, 26 Bahnhöfe wurden bereits aufgehübscht. In diesem Jahr sind unter anderem Pankow und Neukölln dran. Insgesamt werden 12.000 Quadratmeter Graffiti-Schutz aufgetragen. Neue Fahrtziel-Anzeiger wurden auf der Station Gehrenseestraße installiert, ab Oktober auch in Wildau. Der Probebetrieb für die neue Anzeiger-Generation ZIM (Zug-Info-Monitor) startet voraussichtlich Anfang Oktober in Fredersdorf.

Berlins Bahn-Chef Alexander Kaczmarek lobte: „Wir haben versprochen und geliefert." Allerdings steigt der Anteil der externen Einflüsse. Notarzt- und Polizeieinsätze halten immer häufiger den Betrieb auf oder legen ihn oder zeitweise ganz lahm, sagte Kaczmarek. Demnach gab es in diesem Jahr bisher 2120 Fremdeinwirkungen, das sind elf Prozent mehr als im Vorjahr.

Seit längerem ist die S-Bahn mit der Bundespolizei und der Feuerwehr im Gespräch, um die Auswirkungen zu verringern.

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