Homofeindlicher Sänger : Festsaal Kreuzberg sagt Auftritt von Bounty Killer ab

Homofeindliche Texte und Aufrufe zu Gewalt an Schwulen - das wollen die Betreiber des Festsaals Kreuzberg nicht dulden. Und sagen das Konzert des Jamaikaners ab.

Jana Weiss
Rodney Price aka Bounty Killer
Rodney Price aka Bounty KillerFoto: Scott Gries/Getty Images/AFP

Das Konzert des umstrittenen Musikers Bounty Killer in Berlin ist abgesagt worden. Grund dafür seien homophobe Äußerungen in seinen Liedern, von denen er sich bisher nicht öffentlich distanziert habe. Das teilte der Festsaal Kreuzberg, in dem die Veranstaltung am 10. Mai hätte stattfinden sollen, am Mittwoch über Facebook mit.

Extrem aggressive Texte

Bounty Killer ist ein jamaikanischer Dancehall-Deejay und sollte in Berlin unter seinem bürgerlichen Namen Rodney Price auftreten. Seine Texte - besonders die älteren - gelten als extrem aggressiv und homofeindlich. Mit Textzeilen wie "Verbrenne schwule Männer, bis sie sich im Todeskampf winden" tut er nicht nur seine Abneigung gegenüber Homosexuellen kund - er ruft quasi zum Mord an ihnen auf.  

Zunächst hatte der Festsaal Kreuzberg der Veranstaltung trotz der fragwürdigen Textzeilen zugestimmt, da ein Fremdveranstalter das Konzert organisierte. Mit dem sei vertraglich vereinbart worden, dass Bounty Killer auf seinem Konzert keine menschenverachtenden Songs spielt und sich nicht homophob äußert. Nun distanzierten sich die Betreiber des Festsaals von ihrer ursprünglichen Entscheidung. "Im Fall des Konzertes mit Bounty Killer haben die Veranstalter und wir die Situation falsch eingeschätzt."  In diesem Fall reiche eine vertragliche Zusicherung darüber, dass keine homophoben Äußerungen gemacht würden, nicht aus: "Die Tatsache, dass Bounty Killer den Reggae Compassionate Act nicht unterschrieben hat, sich nicht öffentlich von den Aussagen aus seinen alten Songs distanziert und dass er mit diesen immer noch Geld verdient, rechtfertigt unseres Erachtens definitiv die Absage des Konzertes."

Zwar bemüht sich Agentur des Sängers immer wieder um Schadensbegrenzung: „Er ist sehr glücklich durch Europa zu touren, ohne Schwule attackieren zu wollen. Er hat verstanden, dass Menschen frei leben müssen.“

Schon früher wurden Konzerte abgesagt

In Berlin wurde bereits 2008 ein Konzert des Musikers in der Kulturbrauerei abgesagt - ebenfalls wegen seiner homophoben Texte. Und auch in anderen Städten fanden Konzerte nicht statt. 2009 wurde ihm ein Verbot zur Einreise in den Schengen-Raum erteilt. Da dieses mittlerweile erloschen ist, forderten erst kürzlich die Grünen, dieses Verbot zu erneuern.

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