Pläne der US-Regierung : Trump will Transgender aus Gesetzen löschen

Die Trump-Regierung plant einen radikalen Angriff auf die Rechte von trans Menschen. Am Sonntag soll in Berlin vor der US-Botschaft dagegen protestiert werden.

Proteste gegen Trumps Anti-Transgender-Pläne in Los Angeles.
Proteste gegen Trumps Anti-Transgender-Pläne in Los Angeles.Foto: REUTERS/Lucy Nicholson

Die Regierung von US-Präsident Donald Trump plant offenbar einen neuen Angriff auf Transgender-Rechte - und zwar einen, der weiter als je zuvor gehen würde. Laut einem Bericht der "New York Times" (NYT) sollen trans Menschen genauso wie intergeschlechtliche Menschen rechtlich quasi nicht mehr existieren dürfen. Demnach kursiert in der Trump-Administration ein Entwurf, nach dem das Geschlecht unveränderlich bei der Geburt anhand der Genitalien eines Säuglings als "männlich" oder "weiblich" festgelegt werden soll - und im Laufe eines Lebens nicht verändert werden darf.

Konkret heißt es in dem Entwurf des Gesundheitsministeriums: „Das Geschlecht, das auf der Geburtsurkunde eingetragen ist, soll der letztgültige Beweis für das Geschlecht einer Person sein, es sei denn, dies würde durch verlässliche genetische Informationen widerlegt.“

Die rechtliche Anerkennung von trans Menschen wird "ausradiert"

Diese neue Definition würde die rechtliche Anerkennung von ungefähr 1,4 Millionen Amerikanern "ausradieren", die amtlich anerkannt nicht mehr in dem Geschlecht leben, das ihnen bei der Geburt zugewiesen wurden, heißt es in dem NYT-Bericht. Die Trump-Regierung würde damit alle wissenschaftliche Erkenntnisse zu Transgender und Transsexualität und Intersexualität ignorieren. Laut einem Bericht des Magazins "Slate" hätte die Neudefinition weitreichende juristische Folgen, weil sie in vielen Bereichen LGBTI-Diskriminierung legitimieren würde.

Es ist nicht das erste Mal, dass die US-Regierung die Rechte von trans Menschen einschränken will. So wollte Trump mehrfach durchsetzt, Transgender vom US-Militär auszuschließen, womit er vor Gericht bisher aber gescheitert ist. Auch wurde der Gesundheitsbehörde verboten, Wörter wie "Transgender" oder "Diversität" zu benutzen. Insgesamt versucht das Trump-Kabinett, LGBTI-Emanzipationsfortschritte aus der Obama-Ära zurückzudrehen.

In Berlin soll am Sonntag demonstriert werden

Seit dem Bekanntwerden der jüngsten Pläne gibt es starke Proteste gegen das Vorhaben. Schon Anfang der Woche demonstrierten Menschen vor dem Weißen Haus. Auf Twitter zirkuliert der Hashtag #WontBeErased, um Solidarität mit trans Menschen zu zeigen.

Am kommenden Sonntag soll es auch in Berlin eine Demonstration geben, um Solidarität mit trans Menschen in den USA zu zeigen: und zwar ab 14 Uhr an der Ebertstraße am Brandenburger Tor gegenüber der US-Botschaft.

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