• Raed Saleh zur autofreien Friedrichstraße: „Es darf keinen Alleingang der Verkehrsverwaltung geben“

Raed Saleh zur autofreien Friedrichstraße : „Es darf keinen Alleingang der Verkehrsverwaltung geben“

Ab August soll die Friedrichstraße teilweise autofrei werden. Aber nur in Abstimmung mit Anwohnern und Gewerbetreibenden, fordert Berlins SPD-Fraktionschef.

Die Friedrichstraße wird auf einem Teilstück zur autofreien Zone erklärt und damit zur Flaniermeile für Fußgänger.
Die Friedrichstraße wird auf einem Teilstück zur autofreien Zone erklärt und damit zur Flaniermeile für Fußgänger.Foto: imag/A. Friedrichs

Berlins SPD-Fraktionschef Raed Saleh dringt auf eine enge Kooperation mit allen Anrainern bei der Vorbereitung des Experiments autofreie Friedrichstraße. „Es darf keinen Alleingang der Verkehrsverwaltung geben“, sagte er am Freitag der Deutschen Presse-Agentur mit Blick auf Verkehrssenatorin Regine Günther (Grüne).

„Ich hoffe sehr auf eine enge Einbindung der Einzelhändler, Gewerbetreibenden und Gastronomen und eine gemeinsame Bewertung des Vorhabens gerade vor dem Hintergrund der Corona-Krise“, betonte er. „Es muss zwingend eine Zustimmung der Anwohner geben und ein abgestimmtes Vorgehen mit allen Beteiligten vor Ort.“ Geklärt werden müsse, was sie gerade jetzt in Corona-Zeiten brauchten und wollten.

Da eine - zumal monatelange - Sperrung der Friedrichstraße unmittelbare Auswirkungen auf alle Gewerbetreibenden dort habe, müsse auch die Wirtschaftsverwaltung mit im Boot sein, forderte Saleh. „Wir müssen beachten, dass die Zeit vor Corona eine andere ist als die Zeit nach Corona“, fügte er hinzu.

„Auch vor Corona ging es der Friedrichstraße nicht besonders gut.“ Gerade in der Krise hätten es die Menschen dort verdient, „dass der Staat jetzt für sie da ist“.

Am Donnerstag hatte Mittes Bezirksbürgermeister Stephan von Dassel (Grüne) bekanntgegeben, dass der Modellversuch Mitte August beginnen und bis Ende Januar dauern soll - also fünfeinhalb Monate. Für Autos gesperrt werden soll die Einkaufsmeile zwischen Französischer Straße und Leipziger Straße.

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Mit dem Projekt wollen Bezirk und Senat testen, wie die Aufenthaltsqualität gesteigert und der öffentliche Raum neu aufgeteilt werden kann. Laut Günther ist das Vorhaben mit Anrainern abgestimmt, laut IHK sehen es fast die Hälfte der Anrainer skeptisch. (dpa)

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