• Razzia nach Einbruch in Asservatenhalle: Zollfahnder holen beschlagnahmten Shishatabak zurück

Razzia nach Einbruch in Asservatenhalle : Zollfahnder holen beschlagnahmten Shishatabak zurück

Bei einer deutschlandweiten Razzia wurden acht Haftbefehle gegen Bandenmitglieder erlassen. Unter anderem wurden Drogen im Wert von 250.000 Euro beschlagnahmt.

Neben Zigaretten und Crystal Meth stellten die Fahnder auch unversteuerten Wasserpfeiffentabak sicher.
Neben Zigaretten und Crystal Meth stellten die Fahnder auch unversteuerten Wasserpfeiffentabak sicher.Foto: Zollfahndungsamt Berlin-Brandenburg

Erst eine peinliche Panne, jetzt ein deutschlandweiter Ermittlungserfolg: Fünf Monate nach dem Einbruch in die Asservatenhalle des Hauptzollamtes Berlin haben Zollfahnder in fünf Bundesländern eine osteuropäische Diebesbande ausgehoben.

Am Dienstag durchsuchten 300 Ermittler von vier Zollfahndungsämtern, des LKA Berlin, verschiedene Observierungs- und Spezialeinheiten des Zolls und der Brandenburger Polizei 27 Objekte und nahmen acht Männer im Alter von 22 bis 53 Jahren fest. Gegen sie wurden Haftbefehle wegen schweren Bandendiebstahls und gewerbsmäßiger Steuerhehlerei erwirkt. Sie sind strafrechtlich erheblich vorbelastet und befinden sich nun in Berlin, Bayern, Niedersachsen und Hessen in Untersuchungshaft.

Die Männer aus Rumänien, Moldau und Weißrussland sollen zwischen dem 23. und 26. Januar am Einbruch in die Asservatenhalle des Hauptzollamtes Berlin beteiligt gewesen und dort gelagerte beschlagnahmte Ware gestohlen haben. Darunter: 5,2 Millionen Stück unversteuerte Zigaretten, 8,6 Tonnen unversteuerten Wasserpfeifentabak und Autoteile.

Drei Kilo Methamphetamin, Straßenverkaufswert: 250.000 Euro
Drei Kilo Methamphetamin, Straßenverkaufswert: 250.000 EuroFoto: Zollfahndungsamt Berlin-Brandenburg

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Die Asservatenhalle war nur unzureichend gesichert – ohne dauerhaften Wachschutz und mit veralteter Überwachungstechnik. Inzwischen sind die Schutzmaßnahmen verstärkt worden.

Die Ermittler arrangierten ein Scheinkaufgeschäft

Mehrere Wochen hat eine Ermittlungskommission des Zollfahndungsamt Berlin-Brandenburg hartnäckig den Fall bearbeitet, um an das Diebesgut zu gelangen. Auf die Spur kamen die Ermittler der Bande durch Hinweise des Zollfahndungsamtes München und der Staatsanwaltschaft Landshut zu einem anderen Fall von Hehlerei.

Foto: Zollfahndungsamt Berlin-Brandenburg

Mithilfe von verdeckten Ermittlern des LKA Berlin wurde ein Scheinkaufgeschäft mit der Bande arrangiert. Bei der Aktion am 1. April 2020 wurde 8,5 Tonnen Wasserpfeifentabak sichergestellt. Um die Hintermänner zu ergreifen, die verschiedenen Bereichen der Organisierten Kriminalität zugerechnet werden, wurden die Verkäufer zunächst nicht festgenommen.

Bei den Durchsuchung stellten die Ermittler am Dienstag nicht nur zahlreiche Mobiltelefone und Datenträger sicher, sie fanden auch drei Kilogramm reinstes Methamphetamin („Crystal Meth“). Allein bei der Drogenmenge gehen die Zollfahnder von einem Straßenverkaufswert von mindestens 250.000 Euro aus.

Daneben wurden zwei Autos, ein Motorrad sowie Bargeld in Höhe von mehr als 100.000 Euro beschlagnahmt. Zudem werden per Arrestbeschluss Vermögenswerte von fast einer Million Euro sichergestellt.

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